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	<title>GESPRÄCHE Archives | SOLOMÜTTER</title>
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	<description>Das digitale Zuhause für Single Moms.</description>
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		<title>Doing it all? Alleinerziehende Mutterschaft zwischen Kulturen und Zeiten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jacinta Nandi]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2024 11:47:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
		<category><![CDATA[INTERVIEW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unsere Autorin Jacinta Nandi wollte unbedingt ein Interview führen: mit Ruby Russell. Die in Berlin lebende Londonerin hat gerade ein Buch über die feministische Erkundung der alleinerziehenden Mutterschaft veröffentlicht. Sie zeichnet die Geschichte viktorianischer Bordelle, der Wohlfahrtsbewegung und Schwarzen feministischen Traditionen nach. Herausgekommen ist mit „Doing it all“ ein Porträt von Mutterschaft als Knotenpunkt der [&#8230;]</p>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Doing it all? Alleinerziehende Mutterschaft zwischen Kulturen und Zeiten</h1>				</div>
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									<p></p>
<div class="">
<p class="p1"><b>Unsere Autorin Jacinta Nandi wollte unbedingt ein Interview führen: mit Ruby Russell. Die in Berlin lebende Londonerin hat gerade ein Buch über die feministische Erkundung der alleinerziehenden Mutterschaft veröffentlicht. Sie zeichnet die Geschichte viktorianischer Bordelle, der Wohlfahrtsbewegung und Schwarzen feministischen Traditionen nach. Herausgekommen ist mit <a href="https://www.dialoguebooks.co.uk/titles/ruby-russell/doing-it-all/9780349702186/" target="_blank" rel="noopener">„Doing it all“</a> ein Porträt von Mutterschaft als Knotenpunkt der Solidarität – jenseits der Ehe und des patriarchalen Status quo.</b></p>
<p class="p1"><b>Was damit genau gemeint ist? Das versucht Jacinta in diesem Gespräch herauszufinden.</b></p>
<p class="p1"><b>Jacinta: Ruby, wann und warum hast du beschlossen, <a href="https://www.dialoguebooks.co.uk/titles/ruby-russell/doing-it-all/9780349702186/" target="_blank" rel="noopener">„Doing it all“</a> zu schreiben?</b></p>
<p class="p1">Ruby: Als ich alleinerziehende Mutter geworden bin, hat das bei mir viele Fragen aufgeworfen – zum Beispiel, warum ich es für selbstverständlich gehalten hatte, dass ich einen Mann brauchen würde, um ein erfülltes Leben und eine Familie zu haben. Ich stellte viele Vorstellungen in Frage und wollte Geschichten über alleinerziehende Mütter lesen, konnte aber keine finden. Stattdessen las ich erst einmal Texte über die Geschichte der Ehelosigkeit und die Geschichte der Hurerei. Und ich suchte nach Einblicken in eine Identität, die im Schatten dieser beiden weiblichen Archetypen verborgen lag. Ich suchte außerdem nach Texten, die alleinerziehende Mütter politisch untersuchten. Wie etwa die Arbeit von Barbara Omolade, die in den 1980er Jahren in der Sisterhood of Black Single Mothers in den Vereinigten Staaten aktiv war. Ich fand nicht nur Geschichten von Müttern, die verfolgt und bemitleidet wurden, sondern auch von Frauen, die überlebten, wuchsen und Widerstand leisteten. Frauen, die an vorderster Front für die Rechte von Sozialhilfeempfängern, für die Rechte von Sexarbeiterinnen und für Kinderrechte kämpften. Und von Frauen, die hinter dem ersten ernsthaften Vorschlag für ein universelles Grundeinkommen standen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p1">Ich bin keine Historikerin und mein Buch ist kein Geschichtsbuch, vielmehr möchte ich Frauen feiern, die das Patriarchat in seinem Kern herausgefordert haben. Im ursprünglichen Sinne des Wortes bedeutete Patriarchat die männliche Herrschaft über die Familie, und in der postfeministischen &#8222;gender-progressiven&#8220; Gesellschaft, in der wir leben, ist die Familie immer noch der Ort, an dem Frauen und Männer am ungleichsten sind.</p>
<p class="p1"><b>Es gibt ja aktuell wieder eine wachsende Bewegung von Frauen, die sich dieser Idee widersetzen: die Single Moms by Choice. Als ich mein Buch <a href="https://solomuetter.de/2022/09/12/interview-mit-jacinta-nandi/" target="_blank" rel="noopener">„50 Ways to Leave Your Ehemann“</a> schrieb, dachte ich, dass ich auch eine Single Mom by Choice wäre, weil ich meinen Ex ja freiwillig verlassen hatte. Inzwischen kenne ich aber den Unterschied: Eine Single Mom by Choice hat sich bereits vor der Schwangerschaft bewusst dafür entschieden, ein Kind alleine zu bekommen, so wie Mindy Kaling, Jennifer Anistons Figur in The Switch. Ich bewundere Mindy und bin auch ein bisschen neidisch auf sie, weil ich glaube, dass ich nie eine Single Mom by Choice geworden wäre. Zum einen, weil ich arm war, aber auch, weil ich etwas Romantisches an mir hatte. Ich habe nicht eine Sekunde daran gedacht, mein Kind allein zu bekommen. In deinem Buch stehst du diesem Konzept der Single Mom by Choice ja eher etwas kritisch gegenüber. Warum ist das so?</b></p>
<p class="p3">Ich kritisiere nicht die Frauen, die sich für Kinder ohne Mann entscheiden. Im Gegenteil, Single Moms by Choice sind meine Heldinnen und ich finde, dass mehr Frauen diese Entscheidung treffen sollten. Aber ich kritisiere die Art und Weise, wie sich einige von ihnen durch das Wort „by Choice“, also durch ihre „freie Wahl“, von anderen Alleinerziehenden abgrenzen. Sie benutzen eine neoliberale Sprache, um sich vom Rest der &#8222;schlechten alleinerziehenden Mütter&#8220; zu distanzieren – von Versagerinnen, deren Familien durch Unfälle und Verantwortungslosigkeit entstanden sind.</p>
<p class="p3">Dass es heute mehr Diskussionen zu Single Moms by Choice gibt, eröffnet aber eine neue wichtige Dimension. Denn du und ich, wir beide haben ja eine ähnliche Lebensgeschichte. Wir standen damals vor der Wahl, entweder ein Kind zu bekommen oder abzutreiben. Diese Wahl war für uns eine Gesamtentscheidung unter Einbeziehung des Partners. Also: Partner und Kind oder Abtreibung. Ich wünschte, ich hätte damals schon gesehen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, die ich hätte wählen können.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p1">Waren wir damals romantisch oder dumm? Ich glaube nicht. Ich denke, es ist ein gesellschaftliches Problem. Für viele bedeutet die biologische Beziehung eines Mannes zu einem Kind, dass das Kind ihm gehört. Auch wenn wir heute dafür eintreten, dass Frauen über ihren Körper selbst bestimmen können, also das Recht auf Abtreibung haben sollten, gehört unser Körper, sobald wir Mutter sind, auch anderen – nämlich unseren Kindern, und unsere Kinder gehören auch ihren Vätern. Es ist ziemlich schwer, sich von diesem Gedanken zu lösen. Damals sah ich, dass das Baby genauso zu ihm gehörte wie zu mir. Welches Recht hatte ich also, ihn aus der Familie auszuschließen? Welches Recht hatte ich, mich als alleinerziehende Mutter zu bezeichnen?</p>
<p class="p1"><b>Und wie hast du dich dieser Fragestellung dann genähert? Beantwortet der Feminismus diese Frage?</b></p>
<p class="p1">Wenn wir an die großen Siege des Feminismus denken, dann waren sie vor allem in traditionell männlichen Bereichen zu verzeichnen: das Recht zu wählen, zu arbeiten, am öffentlichen Leben teilzunehmen, Identitäten zu erlangen, die nicht durch die traditionell weibliche Rolle der Mutter und Hausfrau definiert sind. Das Recht, wie ein Mann zu leben. Und natürlich sind diese Dinge absolut wichtig. Müttern helfen sie aber nur begrenzt, denn als Mutter ist das Ziel ja nicht, wie ein Mann zu leben. Also stellt sich die Frage: Wie kann man Feminismus mit Mutterschaft vereinbaren?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p1">Wenn man sagt, dass es unfeministisch oder sogar antifeministisch ist, sich der Care-Arbeit zu widmen – der Arbeit der Mütter –, dann stimmt man irgendwie auch der frauenfeindlichen Idee zu, dass die Arbeit, die Frauen immer gemacht haben, schlecht und unwichtig ist. Und, dass die Unterdrückung von Frauen eine natürliche Folge des Kinderkriegens ist.</p>
<p class="p1"><b>Ja, viele weiße Feministinnen sagen, Frauen sollten nie von Männern abhängig sein, dann vermeiden sie Unterdrückung. Diese Girlboss „Ich verdiene mehr als mein Mann“-Schiene.</b></p>
<p class="p1"><span class="s1">Genau. Es gibt aber Kulturen, die das anders bewerten. Schwarze Feministinnen haben diese Falle in der Regel vermieden – auch, weil die weiße Vorherrschaftsgesellschaft ohnehin nie wollte, dass sie sich ihren eigenen Familien widmen. </span>Was weiße Frauen oft vergessen haben, ist, dass wir nicht nur zu Hause gehalten wurden, um Babys zu machen – wir wurden zu Hause gehalten, um weiße Babys zu machen. Wenn man jedoch Kinder aufzieht, die (um Audre Lorde und Feministinnen of Colour zu zitieren) &#8222;nie zum Überleben bestimmt waren&#8220;, dann ist das Muttersein keine Kapitulation vor der Unterdrückung, sondern ein Akt des Widerstands. Deshalb ist der Feminismus von Frauen wie Audre Lorde, Barbara Omolade, Patricia Hill Collins und Alexis Pauline Gumbs so wichtig. Diese Frauen haben Theorien und Praktiken entwickelt, die Mutterschaft als politische Arbeit und die Familie als mächtige Sphäre des sozialen Aktivismus begreifen.</p>
<p class="p1"><b>Schwarze Feministinnen haben dein Buch sehr beeinflusst, oder?</b></p>
<p class="p1">Um ehrlich zu sein, kam ich mir ziemlich dumm vor, denn die meisten Fragen, mit denen ich das Buch begonnen hatte, waren vom Schwarzen Feminismus schon vor Jahrzehnten umfassend beantwortet worden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p1">Die grundlegende Lektion, die ich daraus gelernt habe, war folgende: Die &#8222;antirassistische&#8220; weiße Macht versucht, weiße Privilegien auf Schwarze Gemeinschaften auszudehnen, indem sie diese in die weiße Kultur assimiliert – zum Beispiel, indem sie Schwarze Familien dazu ermutigt, zu heiraten und die weiße Kernfamilie nachzuahmen. Aber genauso wie die Ausweitung männlicher Privilegien auf Frauen nicht viel nützt, müssen wir auch hier, wenn wir Gleichheit wollen, die Dinge aus der anderen Richtung angehen. Wir sollten nicht die Privilegien der Weißen, Männer, Heteros, Cis, Mittelschicht usw. auf immer mehr Schwarze, Frauen, Queers, Trans und die Arbeiterklasse ausweiten, sondern diese Privilegien ganz abschaffen. Dazu müssen wir von denjenigen lernen und ihnen nacheifern, die wissen, wie man ohne sie lebt. Nicht aus einem herablassenden Impuls heraus, die Unterdrückten zu erheben, sondern um das Leben für alle besser zu machen.</p>
<p class="p1"><b>Kannst du das mal konkretisieren? Ich fand beispielsweise die Idee der Othermothers interessant. Erzähl uns doch mal was eine Othermother ist.</b></p>
<p class="p1">Othermothering ist ein perfektes Beispiel dafür, was wir von Schwarzen Müttern und Schwarzen Feministinnen lernen können.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p1">In der weißen, rassistisch geprägten Gesellschaft wurde von Schwarzen Müttern immer erwartet, dass sie arbeiten, und sie mussten sich auf die Großfamilie und Freunde verlassen, um die Last zu tragen. Eine Othermother ist eine Frau, die ein Kind großzieht, das nicht &#8222;ihr eigenes&#8220;, also nicht ihr biologisches Kind ist. Schriftstellerinnen wie Patricia Hill Collins verwenden den Begriff &#8222;othermothering&#8220; aber auch in einem weiteren Sinne, um Netzwerke gegenseitiger Fürsorge zu beschreiben, die ganze Gemeinschaften zusammenhalten und unterstützen – die Arbeit der Aufrechterhaltung von Zugehörigkeit, die über die unmittelbare Familie hinausgeht.</p>
<p class="p1">Für alleinerziehende Mütter könnte diese Art weiblicher Solidarität eine pragmatische Lösung sein, die unser aller Leben erleichtert. Aber sie ist auch eine tiefgreifende Herausforderung für das Patriarchat, weil sie Elternschaft als aktive Praxis definiert und nicht als unveränderliche genetische Tatsache. Wenn die wichtigsten elterlichen Beziehungen im Leben eines Kindes mit Menschen bestehen, die sich aktiv um das Kind kümmern, dann erscheint der Anspruch eines biologischen Vaters auf ein Kind als &#8222;sein&#8220; Kind, nur weil er die Mutter geschwängert hat, ziemlich schwach.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p1">Evolutionsanthropologen haben übrigens einen ähnlichen Begriff: Sie sprechen von &#8222;allomothering&#8220;, wenn sie argumentieren, dass die kollektive Kindererziehung für die menschliche Evolution wesentlich war – aus dieser intensiven Gemeinschaftsarbeit hat unsere Spezies Empathie und Kultur entwickelt. Dies zeigt nur, dass es nichts &#8222;Natürliches&#8220; an den Privilegien oder der Unterdrückung der weißen Mittelschichts-Kernfamilie gibt.</p>
<p class="p1"><b>Eine Sache, die mich wahnsinnig macht, ist die Diskussion um Gleichberechtigung. Oberflächlich betrachtet sollte die Gleichberechtigung bei der gemeinsamen Erziehung – auch zwischen getrennten Elternteilen – doch zu mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern führen. Aber die Realität ist, dass Gleichberechtigung – oder diese vermeintliche Gleichberechtigung, die wir in Deutschland haben – alleinerziehenden Müttern sogar schaden kann. Weißt du, was ich meine?</b></p>
<p class="p1">Ich erinnere mich an ein Mal, als der Vater meines Kindes ein paar Wochen lang völlig verschwunden war. Dann rief er plötzlich an und wollte unsere Tochter am nächsten Tag sehen. Aber wir hatten bereits Pläne mit Freunden, die aus England zu Besuch waren. Er sagte: &#8222;Warum darfst du entscheiden, was sie morgen macht? Ich bin genauso ihr Elternteil wie du.“<span class="Apple-converted-space"> </span>Er hat Zeit für sie gefunden, als ein freier Termin in seinem Kalender auftauchte. Ich habe mein ganzes Leben um sie herum gestaltet, jede andere Kleinigkeit, die ich tat, musste sich nach ihren Bedürfnissen richten. Genau das wird von Müttern erwartet – von Vätern nicht. Wenn Väter ihre &#8222;Rechte&#8220; als Miterzieher in Anspruch nehmen, entscheiden sie sich aktiv dafür, ein gewisses Maß an Verantwortung zu übernehmen. Es macht keinen Sinn, über die Rechte von Müttern zu sprechen, weil wir diese Entscheidung nicht treffen können. Wir müssen einfach die ganze Verantwortung tragen, die Väter nicht tragen wollen oder können – egal, ob das nun 50 % oder 100 % sind. Unsere Leben nach Verantwortlichkeiten auszurichten, die jemand anderes aus einer Laune heraus definiert, kann unglaublich entmündigend und destabilisierend sein. Das meinst du, oder?</p>
<p class="p1"><b>Ja! Denkst du, dass Deutschland trotz aller Herausforderungen ein gutes – oder zumindest okayes – Land ist, um alleinerziehend zu sein?</b></p>
<p class="p1">Ich schätze, das hängt davon ab, womit man es vergleicht. Ich würde sagen, dass Länder wie Deutschland, die sich selbst als besonders fortschrittlich betrachten, eher dazu neigen, in die Falle zu tappen, dass sie davon ausgehen, dass Gleichheit bereits besteht, und daher die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Mutter- und Vaterschaft, wie etwa in Sorgerechtsfällen, ignorieren. Außerdem ist Deutschland, wie der Rest des globalen Westens, eine atomisierte und individualistische Gesellschaft – was für alleinerziehende Mütter schlecht ist, weil sie Gemeinschaft brauchen. Kulturen, Subkulturen und Gemeinschaften, auf die der &#8222;fortschrittliche&#8220; Westen herabblickt, weil sie in &#8222;veralteten&#8220; Vorstellungen von Geschlecht und Familie verhaftet sind, können für Mütter – auch für alleinstehende – einfacher sein, weil Kindererziehung als kollektive Verantwortung angesehen wird und die Unterstützung durch die Großfamilie selbstverständlich ist.</p>
<p class="p1"><b>Danke Ruby. Mein Kopf raucht. Das war viel Inhalt. Und ich habe auch viele Denkanstöße mitgenommen. Der vielleicht wichtigste: den Blick weiten und Konzepte anderer Kulturen miteinzubeziehen.</b></p>
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									<p><strong>Über Ruby Russell</strong><br />Ruby ist alleinerziehende Mutter und Umweltjournalistin. Ursprünglich aus London, lebt sie derzeit mit ihrem Kind und ihrer Katze in Berlin.  </p>								</div>
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									<p><strong>Über Jacinta Nandi</strong><br />Jacinta ist britisch-deutsche Autorin und zog mit 20 Jahren von London nach Berlin. Ihr zuletzt erschienenes Buch <a href="https://edition-nautilus.de/programm/50-ways-to-leave-your-ehemann/" target="_blank" rel="noopener">&#8222;50 Ways to Leave Your Ehemann&#8220; (Nautilus Verlag)</a> ist aktuell im Theater Paderborn auf der Bühne zu sehen. Außerdem steht Jacinta im Rahmen des Familientrios den Leser*innen der Süddeutschen Zeitung mit Rat und Tat zur Seite. </p>								</div>
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					<div class="elementor-image-box-wrapper"><figure class="elementor-image-box-img"><a href="https://www.dialoguebooks.co.uk/titles/ruby-russell/doing-it-all/9780349702186/" target="_blank" tabindex="-1"><img decoding="async" width="438" height="674" src="https://solomuetter.de/wp-content/uploads/2024/04/hbg-title-9780349702186-13.webp" class="attachment-full size-full wp-image-9882" alt="" srcset="https://solomuetter.de/wp-content/uploads/2024/04/hbg-title-9780349702186-13.webp 438w, https://solomuetter.de/wp-content/uploads/2024/04/hbg-title-9780349702186-13-195x300.webp 195w" sizes="(max-width: 438px) 100vw, 438px" /></a></figure><div class="elementor-image-box-content"><h3 class="elementor-image-box-title"><a href="https://www.dialoguebooks.co.uk/titles/ruby-russell/doing-it-all/9780349702186/" target="_blank"><b>Doing it all </b><br> The Social Power of Single Motherhood</a></h3><p class="elementor-image-box-description">Ruby Russell<br>
Hardcover<br>
ISBN-13: 9780349702186 <br>
ca. 22 Euro<br><br></p></div></div>				</div>
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					<p class="elementor-heading-title elementor-size-default">Von Jacinta Nandi</p>				</div>
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		<p>The post <a href="https://solomuetter.de/2024/04/16/doing-it-all-gedanken-zu-alleinerziehender-mutterschaft-zwischen-den-kulturen-und-zeiten/">Doing it all? Alleinerziehende Mutterschaft zwischen Kulturen und Zeiten</a> appeared first on <a href="https://solomuetter.de">SOLOMÜTTER</a>.</p>
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		<title>Interview mit Michelle Franco</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Aug 2023 15:26:42 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Im Koalitionsvertrag wurde eine Kindergrundsicherung zugesagt. Nur wo bleibt die Umsetzung dieses Versprechens? Das fragen sich nicht nur die 43 % Alleinerziehenden, die von akuter Einkommensarmut betroffen sind, sondern auch viele weitere Familien, bei denen das Geld knapp ist. Im Jahr 2022 waren rund 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren armutsgefährdet. Das ist [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://solomuetter.de/2023/08/16/interview-mit-michelle/">Interview mit Michelle Franco</a> appeared first on <a href="https://solomuetter.de">SOLOMÜTTER</a>.</p>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Interview mit Michelle Franco</h1>				</div>
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									<p></p>
<div class="">
<div>
<p><strong>Im Koalitionsvertrag wurde eine Kindergrundsicherung zugesagt. Nur wo bleibt die Umsetzung dieses Versprechens? </strong></p>
<p><strong>Das fragen sich nicht nur die 43 % Alleinerziehenden, die von akuter Einkommensarmut betroffen sind, sondern auch viele weitere Familien, bei denen das Geld knapp ist. </strong></p>
<p><strong>Im Jahr 2022 waren rund 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren armutsgefährdet. Das ist zu viel und &#8222;ein Armutszeugnis&#8220; für unser Land, findet Michelle Franco. Die junge Frau hat eine <a href="https://www.change.org/p/kinderarmut-bek%C3%A4mpfen-c-lindner-blockade-bei-der-kindergrundsicherung-beenden?source_location=discover_feed">Petition für die Kindergrundsicherung</a></strong><strong> gestartet, mit der sie Aufrütteln will. Und Michelle weiß, dass das funktionieren kann. Wir haben mit ihr über Beweggründe und Ziele gesprochen.</strong></p>
<p><strong>Liebe Michelle, bei Instagram beschreibst du dich als &#8222;Petitionsstarterin&#8220;. Welcher Mensch und welche Biografie stecken hinter deiner Person?</strong></p>
</div>
<div>Ich bin 29 Jahre alt, komme aus Karlsruhe und beende aktuell mein Studium der Rechtswissenschaften. Außerdem bin ich seit Anfang 2021 Mutter einer Tochter. Vor meiner Elternzeit war ich beruflich in der öffentlichen Verwaltung tätig.</div>
<div> </div>
<div><strong>&#8222;<a href="https://www.change.org/p/kinderarmut-bek%C3%A4mpfen-c-lindner-blockade-bei-der-kindergrundsicherung-beenden?source_location=discover_feed">Stoppt Lindners Blockade der Kindergrundsicherung</a>&#8220; ist nicht deine erste Petition. Womit hast du dein Engagement rund um Stimmen aus der Bevölkerung begonnen? </strong></div>
<div>Im November letzten Jahres habe ich eine Petition gestartet, um die Streichung der Hebammen aus dem Pflegebudget zu verhindern. Innerhalb von zwei Wochen habe ich unglaubliche 1,6 Mio. Unterschriften auf <a href="https://www.change.org/p/keine-streichung-der-hebammen-aus-dem-pflegebudget-ab-2025-karl-lauterbach">change.org</a> gesammelt und erreicht, dass das Gesetz geändert und die Streichung der Hebammen aus dem Pflegebudget erfolgreich abgewendet wurde. </div>
<div> </div>
<div><strong>Warum jetzt die neue Petition?</strong></div>
<div>Durch meine erste Petition habe ich gelernt, dass man auch als Privatperson einen positiven Beitrag zur Politik leisten kann. Leider werden Kinder und Eltern viel zu oft nicht ausreichend gesehen, da keine Lobby dahintersteht. Kinder haben keine politische Stimme. Daher finde ich es umso wichtiger mich für sie stark zu machen. </div>
<div> </div>
<div><strong>Erkläre doch bitte einmal, warum die Kindergrundsicherung so wichtig ist?</strong></div>
<div>Die Kindergrundsicherung soll das bisherige Kindergeld ersetzen, damit die Leistung bei allen Kindern gleichermaßen ankommt. Die Kindergrundsicherung würde dabei nicht auf andere Leistungen angerechnet werden. Zusätzlich sollen Kinder, deren Eltern unter eine bestimmte Einkommensgrenze fallen, einen individuellen Aufstockungsbeitrag erhalten. Damit soll mitunter die Kinderarmut in Deutschland effektiv bekämpft werden. </div>
<div> </div>
<div><strong>Christian Linder sagt, es sei schon viel passiert. Warum ist das, was getan wurde, zu wenig? Und wer wird durch das aktuelle System vernachlässigt?</strong></div>
<div>Durch das aktuelle System werden insbesondere Alleinerziehende und Familien, die Sozialleistungen beziehen, benachteiligt. Denn Kindergeld wird, anders als die geplante Kindergrundsicherung, auf Unterhaltsvorschüsse und Sozialleistungen wie Bürgergeld angerechnet. Damit kommt das Geld nicht bei den Personengruppen an, die es am nötigsten brauchen. Herr Lindner verweist in seiner Argumentation auf die Erhöhung des Kindergelds in den letzten Jahren. Durch die Anrechnung des Kindergelds auf andere Leistungen (wie beispielsweise den Unterhaltsvorschuss) haben allerdings insbesondere Alleinerziehende nichts von der Erhöhung gespürt.</div>
<div> </div>
<div><strong>Du hast ja auch einen Etat-Vergleich gezogen und andere Bereiche gefunden, bei denen unser Finanzminister eher spendabel scheint. Wofür gibt Christian Lindner denn lieber Geld aus als für Kinder?</strong></div>
<div>Der Staat gibt pro Jahr Steuervergünstigungen für Kerosin und Diesel von jeweils mehr als 8 Mrd. Euro aus. Auch die Dienstwagenpauschale wird von Herrn Lindner mit circa 3-5 Mrd. Euro pro Jahr finanziert. Als es um Mehrausgaben für die Bundeswehr ging, waren 100 Mrd. Euro möglich. Nur wenn es um die Kindergrundsicherung und damit die Bekämpfung von Kinderarmut geht, möchte der Finanzminister keine 12 Mrd. Euro in die Hand nehmen. Er hat stattdessen bisher nur 2 Mrd. Euro im Etat vorgesehen. </div>
<div> </div>
<div><strong>Da ist wirklich noch Handlungsbedarf. Deine Petition hat mittlerweile rund 190.000 Unterschriften. Werden noch mehr gebraucht?</strong></div>
<div>Petitionen über Plattformen wie change.org bewirken aufgrund des öffentlichen Drucks etwas. Je mehr Stimmen zusammen kommen, umso größer wird der Druck auf die Regierung. Aktuell ist der öffentliche Druck meines Erachtens noch nicht groß genug.</div>
<div> </div>
<div>Wir sind gerade dabei ein starkes Bündnis von Aktivistinnen gegen Kinderarmut und für eine bessere Familienpolitik zu bilden. Im besten Fall sind wir natürlich mit unseren Forderungen erfolgreich, aber selbst wenn die Dinge nicht so laufen sollten wie wir es uns erhoffen, werden wir natürlich weiterhin gemeinsam gegen Kinderarmut und für die Rechte von Familien kämpfen. Die Strukturen die wir jetzt schaffen, sind hier um zu bleiben.</div>
<div> </div>
<div><strong>Wie erklärst du dir denn, dass die Petition zur Kindergrundsicherung so viel weniger Unterstützer*innen hat, als die Petition gegen die Streichung der Hebammen aus dem Pflegebudget?</strong></div>
</div>
<div>Einerseits wurde die Hebammenpetition von vielen großen Influencer-Accounts geteilt und hat dadurch in kürzester Zeit viel Aufmerksamkeit bekommen. Auf der anderen Seite kann jede Frau, die bereits ein Kind zur Welt gebracht hat, nachvollziehen, wie unverzichtbar eine Hebamme ist. Bei der Geburt ist jede Gebärende auf eine Hebamme angewiesen, egal aus welcher sozialen Schicht sie kommt. Beim Thema Kindergrundsicherung fühlen sich viele nicht angesprochen, die aktuell nicht vom System benachteiligt werden.</div>
<div class="">
<div> </div>
<div><strong>Dabei kenne ich aus eigener Erfahrung, dass Armut oft nur eine Trennung weit entfernt liegt – aber das möchten viele eben nicht wahrhaben. Wir drücken fest die Daumen, dass diese wichtige Stimme trotzdem gehört wird und danke allen Supporter*innen! Im September ist ja in Berlin eine Demo geplant. Bist du da auch involviert?</strong></div>
<div>Ja, zusammen mit anderen Petentinnen starten wir am 20. September eine Familienkette in Berlin. Wir möchten am Weltkindertag mit der Aktion auf unsere Forderungen an die Familienpolitik aufmerksam machen. Die Demo startet um 16:30 Uhr vor dem Familienministerium in der Glinkastraße 35. Wir freuen uns auf alle Teilnehmer*nnen, die uns bei der Menschenkette unterstützen. Auf dem Instagram-Account <a href="https://www.instagram.com/familie_sind_alle/?hl=de">@familie_sind_alle</a> finden alle Interessierten weitere Infos.</div>
<div> </div>
<div><strong>Hast du Wegbegleiter:innen bei deinen Projekten? </strong></div>
<div>Im Hintergrund werde ich von einem tollen Team von <a href="http://change.org/">change.org</a> unterstützt. Sie helfen mir insbesondere mit der Petitionsarbeit, die sehr umfangreich sein kann. Außerdem unterstützen mich auch meine Familie und Freunde, wo sie nur können, dafür bin ich sehr dankbar.</div>
<div> </div>
<div><strong>Mit welchem Gefühl betrachtest du die aktuelle Situation? Ist es Aufbruchstimmung, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht? Oder etwas ganz anderes?</strong></div>
<div>Ich habe natürlich gemischte Gefühle: Der momentane Sparkurs betrifft ja nicht nur Familien, sondern hat Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft. Gerade auch, dass so wichtige Themen wie Kinderarmut kaum Raum in der gesellschaftlichen Debatte einnehmen – damit habe ich natürlich ein mulmiges Gefühl. Andererseits gibt mir die Zivilgesellschaft große Hoffnung. Meine Petition ist ja nur eine von vielen und wir Aktivistinnen und Petentinnen kommen jetzt zusammen, um für unsere Anliegen einzustehen. Ich glaube wirklich, dass wir etwas bewegen können, zumindest in der Familienpolitik. Mit dabei sind u.a. Sandra Maria Runge, die mit <a href="https://proparentsinitiative.de/">#proparents</a> dafür kämpft, dass Fürsorgeverantwortung als ein neues Diskriminierungsmerkmal in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz aufgenommen wird, um Eltern und andere Fürsorgeleistende vor Diskriminierungen in der Arbeitswelt zu schützen oder Delia Keller, die eine Petition zum Thema <a href="https://innn.it/Kindergeld">Kindergeld für alle</a> gestartet hat. Delia möchte, dass dem Unterhaltsvorschuss bei Kindern von Alleinerziehenden nicht das komplette Kindergeld abgezogen wird. (Anmerkung der Redaktion: <a href="https://solomuetter.de/2023/04/27/interview-mit-delia-keller/">Hier geht es zum SOLOMÜTTER-Interview mit Delia</a>.)</div>
<div> </div>
<div><strong>Und gibst du uns einen kleinen Ausblick? Was passiert als Nächstes? Hast du schon eine neue Petition im Hinterkopf?</strong></div>
<div>Ende August soll der Gesetzesentwurf zur Kindergrundsicherung in den Bundestag eingebracht werden. Ich bin gespannt wie die Debatte sich dann weiterentwickelt. Bisher habe ich noch keine Pläne für eine neue Petition. Mein aktueller Fokus liegt auf unserer geplanten Familienkette am 20.09. in Berlin. Ich freue mich darauf mit anderen engagierten Müttern ein Netzwerk zu knüpfen: damit wir uns in Zukunft gemeinsam für unsere Forderungen in der Politik einsetzen können. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass wir zusammen als Gesellschaft etwas bewirken können.</div>
</div>
<div> </div>
<div><strong>Danke, Michelle, wir sind sehr froh über dein wichtiges Engagement. Und hier auch noch mal die bitte an unsere Community: Supportet die <a href="https://www.change.org/p/kinderarmut-bek%C3%A4mpfen-c-lindner-blockade-bei-der-kindergrundsicherung-beenden?source_location=discover_feed">Petition</a> von Michelle und teilt diese mit eurem Netzwerk. Wir sind viele!</strong></div>
<p></p>								</div>
				</div>
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									<p>Um das Thema <strong>Kindergrundsicherung</strong> nun auch offiziell in den Bundestag zu tragen und dort auf eine Bearbeitung zu drängen, wurde nun eine weitere <strong>offizielle Petition direkt auf der Seite der Bundesregierung</strong> gestartet. Bitte zeichnet insbesondere auch diese. Leider ist das Vorgehen etwas aufwändiger, weil eine Registrierung notwendig ist – aber, die Mühe lohnt sich!</p>								</div>
				</div>
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									<span class="elementor-button-text">Zur Bundestagspetition</span>
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					<p class="elementor-heading-title elementor-size-default">Von Sara Buschmann</p>				</div>
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		<p>The post <a href="https://solomuetter.de/2023/08/16/interview-mit-michelle/">Interview mit Michelle Franco</a> appeared first on <a href="https://solomuetter.de">SOLOMÜTTER</a>.</p>
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		<title>Interview mit Delia Keller</title>
		<link>https://solomuetter.de/2023/04/27/interview-mit-delia-keller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2023 20:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
		<category><![CDATA[INTERVIEW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Delia Keller hat zwei Kinder und ist seit zehn Jahren alleinerziehend. Seit einigen Monaten kann der Vater ihrer Kids keinen Unterhalt mehr zahlen. Sie bekommt stattdessen den sogenannten „Unterhaltsvorschuss“. Dabei ist sie auf eine Ungerechtigkeit gestoßen und hat eine Petition gestartet. Wir haben bei Delia nachgefragt.   Liebe Delia, kannst du mal erzählen warum du [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://solomuetter.de/2023/04/27/interview-mit-delia-keller/">Interview mit Delia Keller</a> appeared first on <a href="https://solomuetter.de">SOLOMÜTTER</a>.</p>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Interview mit Delia Keller</h1>				</div>
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				<div class="elementor-widget-container">
									<p></p>
<div class=""><strong>Delia Keller hat zwei Kinder und ist seit zehn Jahren alleinerziehend. Seit einigen Monaten kann der Vater ihrer Kids keinen Unterhalt mehr zahlen. Sie bekommt stattdessen den sogenannten „Unterhaltsvorschuss“. Dabei ist sie auf eine Ungerechtigkeit gestoßen und hat eine Petition gestartet. Wir haben bei Delia nachgefragt.</strong></div>
<div> </div>
<div class=""><b>Liebe Delia, kannst du mal erzählen warum du eine Petition zum Unterhaltsvorschuss gestartet hast?<span class="Apple-converted-space"> </span></b></div>
<div>
<p class="p1">Der Unterhaltsvorschuss fällt geringer aus als der Mindestunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle. Ich wollte verstehen, warum das so ist, und habe angefangen mich mit dem Unterhaltsvorschuss zu beschäftigen. Dabei bin ich auf eine riesige Ungerechtigkeit gestoßen, die alle Kinder Alleinerziehender betrifft, deren anderer Elternteil keinen Unterhalt zahlt – sie bekommen kein Kindergeld. </p>
<p>Das bedeutet im Detail: Wenn Alleinerziehende keinen Unterhalt vom unterhaltspflichtigen Elternteil bekommen, können sie Unterhaltsvorschuss beantragen. Auf diesen wird allerdings das komplette Kindergeld angerechnet – und nicht nur das hälftige, wie es im zivilen Unterhaltsrecht der Fall ist. Der Staat straft also alleinerziehende Familien dafür ab, dass der unterhaltspflichtige Elternteil keinen Unterhalt zahlt oder zahlen kann. Konkret heißt das, dass Alleinerziehende mit Unterhaltsvorschuss 125 Euro (also das halbe Kindergeld) pro Kind und Monat weniger zur Verfügung haben, als wenn sie Mindestunterhalt vom anderen Elternteil bekämen. Wo wenig ist, kommt so noch weniger an, das kann ich nicht akzeptieren!</p>
<p class="p1"><b>Was ärgert dich besonders an dieser Situation?</b></p>
<p class="p1">Da gibt es einiges, was mich ärgert. Angefangen damit, dass ich den Unterhaltsvorschuss für meine Kinder beantragen muss – obgleich doch der Vater derjenige ist, der keinen Unterhalt zahlt! Warum muss nicht derjenige Elternteil den Vorschuss beantragen, der ihn trotz Unterhaltspflicht nicht aufbringen kann?</p>
<p class="p1">Natürlich ist es richtig und wichtig, dass Alleinerziehende die Möglichkeit haben sollten, Unterhaltsvorschuss zu beantragen, falls etwa der unterhaltspflichtige Elternteil nicht erreichbar ist, aber die Regel sollte doch sein, dass derjenige Elternteil den Vorschuss beantragt, der ihn nicht leisten kann. Dies ist aber leider auch nur ein Detail des Ganzen. Das Hauptproblem beim Unterhaltsvorschuss ist die zu geringe Höhe. </p>
<p class="p1">Das Problem betrifft übrigens keine Minderheit: Rund 50% der alleinerziehenden Familien bekommen keinen Unterhalt vom unterhaltspflichtigen Elternteil. 830.000 Kinder in Ein-Eltern-Familien sind von dieser Regelung – eine Sparmaßnahme aus dem Jahr 2008 – betroffen. Das ist ein struktureller Missstand. Darunter dürfen nicht die Kinder leiden.</p>
<p class="p1"><b>Bist du diesen Schritt alleine gegangen oder hast du Support bekommen?</b></p>
<p class="p1">Die Petition habe ich alleine als Privatperson gestartet, allerdings habe ich den großartigen Verein <a href="https://fairfuerkinder.de/" target="_blank" rel="noopener">Fair für Kinder</a> hinter mir, mit dessen Mitgliederinnen ich den Petitionstext diskutiert habe und mit denen ich mich jederzeit beraten kann. Auch die Plattform <a href="https://innn.it/Kindergeld"><span class="s2">innn.it</span></a> hilft natürlich mit, die Petition zu unterstützen: Gerade haben wir Aufkleber und Poster drucken lassen, um die Petition auch in den realen Raum zu holen. Das finde ich wichtig, denn nicht jede*r ist auf Instagram oder in anderen sozialen Netzwerken. </p>
<p class="p1">Besonders über Instagram habe ich aber eine ganze Reihe positiver Nachrichten von Frauen bekommen, die davon betroffen sind und sehr aktiv die Petition und die Videos dazu teilen. Das ist wertvoll!</p>
<p class="p1"><b>Seit wann engagierst du dich?</b></p>
<p class="p1">Ich engagiere mich schon länger politisch, 2018 war ich bei der Gründung von <i>es reicht für uns alle – Demo gegen Kinderarmut</i> dabei. Darüber bin ich dann zum Verein <a href="https://fairfuerkinder.de/" target="_blank" rel="noopener">Fair für Kinder</a> gekommen, der sich für eine Verbesserung der steuerlichen und finanziellen Situation für alleinerziehende Familien einsetzt. Vor der letzten Bundestagswahl haben wir eine Kampagne zur Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer Familienförderung initiiert, zusammen mit der <a href="https://alltagsheldinnen.org/" target="_blank" rel="noopener">Stiftung Alltagsheldinnen</a> den <a href="https://energie-soli.org/" target="_blank" rel="noopener">Energie-Soli – der Soli für Solo-Eltern</a> ins Leben gerufen und mit euch vor kurzem den April-Scherz zum Eheportal <a href="https://ein-eltern-ehe.de/" target="_blank" rel="noopener">Ein-Eltern-Ehe.de</a> erdacht, mit dem wir mit einem Augenzwinkern noch einmal auf die Ungerechtigkeiten des Ehegattensplittings hinweisen wollten.</p>
<p class="p1">Daneben bin ich weiteren Initiativen wie <a href="https://kunstundkind.berlin/" target="_blank" rel="noopener">Kunst+Kind Berlin</a> aktiv, die sich für bessere Bedingungen für Künstler*innen mit Kindern einsetzen. Auch von dieser Initiative wird die Petition unterstützt. </p>
<p class="p1"><b>Was erhoffst du dir von dieser Aktion? </b></p>
<p class="p1">Ich erhoffe mir, dass wir sehr viele Stimmen bekommen und dass der Inhalt der Petition breiter diskutiert wird. Ich habe tatsächlich noch niemanden getroffen, der über den Unterhaltsvorschuss und die damit zusammenhängenden Ungerechtigkeiten Bescheid weiß, wenn er oder sie nicht direkt oder indirekt betroffen ist. Das heißt im ersten Schritt geht es vor allem um Aufklärung, damit diese Ungerechtigkeiten erstmal bekannt werden. Gleichzeitig habe ich noch niemanden außerhalb der Politik getroffen, der diese Sparmaßnahme verteidigen würde. Daher ist der zweite Schritt eine große Öffentlichkeit zu gewinnen und so den Druck auf die Politik zu erhöhen, das Unterhaltsvorschussgesetz endlich zu überarbeiten. </p>
<p>Wichtig ist auch zu wissen: Unterhaltsvorschuss ist deshalb ein Vorschuss, weil das Jugendamt sich das Geld vom anderen Elternteil zurückholen kann und auch sollte. Die Realität sieht jedoch anders aus: Nur 17 Prozent der Unterhaltspflichtigen zahlen, laut <a href="https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/rueckgriffsquote-beim-unterhaltsvorschuss-steigt-153012" target="_blank" rel="noopener">Rückholquote 2019</a>, den Vorschuss an den Staat zurück. Auf rund 2,45 Milliarden Euro Unterhaltsschulden blieb der Staat 2021 hängen – gezahlt von der Allgemeinheit.</p>
<p class="p1"><b>Und wie viele Stimmen werden benötigt?</b></p>
<p class="p1">Beim Petitionsausschuss des deutschen Bundestags werden 50.000 Stimmen benötigt, damit eine Petition angehört werden muss. Man kann eine Petition auch mit weniger Stimmen einreichen, aber dann ist es eben nicht sicher, ob es zu einer Anhörung kommt. Natürlich würde ich mir letzteres wünschen, aber so weit sind wir noch nicht. Klar ist: umso mehr Menschen die Petition unterstützen, umso besser können wir Druck auf die Politik ausüben. Zurzeit suche ich vor allem aber noch weitere Verbündete, die das Petitionsvorhaben unterstützen, indem sie darüber berichten und es weiterverbreiten – denn wir schaffen es nur gemeinsam!    </p>
</div>
<div class=""> </div>
<div><strong>Danke, Delia. Wir haben die Petition ja bereits gezeichnet und auch in der Community schon die Werbetrommel gerührt. Wir hoffen aber mit diesem Interview auch noch einmal ein paar Menschen mobilisieren zu können auf der Plattform <a href="https://innn.it/Kindergeld"><span class="s2">inn.it</span></a> dein Vorhaben zu unterstützen!</strong></div>
<p></p>								</div>
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					<p class="elementor-heading-title elementor-size-default">Von Sara Buschmann</p>				</div>
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		<title>Interview mit Anna Manon Schimmel</title>
		<link>https://solomuetter.de/2023/04/17/interview-mit-anna-manon-schimmel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Apr 2023 11:50:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
		<category><![CDATA[INTERVIEW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anna Manon Schimmel ist Anfang 40, evangelische Pfarrerin — und Mutter einer Zehnjährigen. Ihre Tochter sieht sie meist an den Wochenenden und in den Ferien. Wir haben Anna schon vor einiger Zeit im Fernsehen gesehen und versuchen seitdem mit ihr über ihr Familienmodell zu sprechen. Nun hat es endlich geklappt. Wie schön. Anna, wenn man [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="4254" class="elementor elementor-4254" data-elementor-post-type="post">
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									<p></p>
<p class="p1"><b>Anna Manon Schimmel ist Anfang 40, evangelische Pfarrerin — und Mutter einer Zehnjährigen. Ihre Tochter sieht sie meist an den Wochenenden und in den Ferien. </b><strong>Wir haben Anna schon vor einiger Zeit im Fernsehen gesehen und versuchen seitdem mit ihr über ihr Familienmodell zu sprechen. Nun hat es endlich geklappt. Wie schön.</strong></p>
<p class="p4"><strong>Anna, wenn man tatsächlich eine solche Kategorisierung vornehmen wollen würde, könnte man sagen, du seist eine &#8222;Teilzeitmutter&#8220;. Fühlst oder bezeichnest du dich selbst so?<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p class="p6">Mittlerweile nenne ich mich selbst in der Öffentlichkeit: &#8222;Wochenendmutter&#8220;. Aber das eigentlich nur, um dem Ganzen einen Namen zu geben. Bei diesem Begriff horchen gleich alle auf. Das führt natürlich auch zu Missverständnissen bzw. zu einem Urteil, dem ich durch mein Aufklären in der Öffentlichkeit entgegenwirken will.</p>
<p class="p6">Ich selbst sehe mich einfach als: Mutter. Muttersein hört nicht auf, nur weil das Kind nicht jeden Tag da ist. Ich mache mir dieselben Gedanken und Sorgen um mein Kind, wie andere Mütter auch. Ich bin an allen Entscheidungen mitbeteiligt, ich bin involviert in alle Schulangelegenheiten und habe selbstverständlich auch unter der Woche Kontakt mit meiner Tochter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Erzähle doch mal, wie ihr als Familie lebt und wie es zu dieser Lebenssituation kam.<span class="Apple-converted-space"> </span></strong></p>
<p class="p6">Ich bin geschieden und habe eine 10-jährige Tochter. Diese lebt im Alltag nicht bei mir, sondern bei meinem Ex-Mann – 135 km entfernt. Sie kommt mindestens jedes zweite Wochenende (oft auch häufiger) und in den Ferien zu mir. Das ist jetzt seit ca. 5 Jahren so.</p>
<p class="p6">Wir leben quasi genau das umgekehrte Modell, dass 90 Prozent der Getrennten leben. „Normalerweise“ wohnen die Kinder bei der Mutter. So kennt man das. So soll das auch sein. &#8222;Ein Kind gehört zur Mutter&#8220; – das Totschlagargument, das ich nicht mehr hören kann.</p>
<p class="p4"><strong>Ich würde gerne auch ein paar Fragen stellen, die evtl. etwas tiefer gehen. Alles was du aber nicht beantworten oder erzählen möchtest, kannst du selbstverständlich für dich behalten. Wie hast du deinen Mann kennengelernt, wann wurdest du schwanger und wie lief die Familienplanung ab?</strong></p>
<p>Meinen Ex-Mann habe ich am Ende meines Studiums in meiner Stammkneipe kennengelernt. Wir waren ganz frisch zusammen als ich schwanger wurde. Ich war schon 30 und dachte: Okay, dann machen wir das jetzt. Ich wollte sowieso Familie. Ich war bereit dafür. Und da ich partout kein uneheliches Kind wollte, drängte ich meinen Ex zu einer Heirat. Erstes, weil alles seine Ordnung haben musste, und zweitens, weil ich auf dem Weg ins Pfarramt war und später einmal Vorbild in meinem Leben sein wollte. Ich bin eben auch geprägt von einem konservativen Elternhaus und einer Gesellschaft, die uns sagt: &#8222;Familie geht so und so und nicht anders!&#8220;.</p>
<p class="p4"><strong>Warum kam es zur Trennung?</strong></p>
<p class="p6">Hätte ich auf mein Bauchgefühl gehört, wäre es nie zu dieser Ehe gekommen. Sie war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Das merkte ich schon in der Schwangerschaft. Doch die Sehnsucht nach Familie und der gesellschaftliche Druck ließen mich alles überhören.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Wir trennten uns erst als meine Tochter zwei Jahre alt war. Viel zu spät. Doch die oben genannten Dinge, hielten mich davon ab, schon vorher endgültig zu gehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Ich bereue übrigens diese Ehe und auch diese Zeit nicht. Ich dachte, es sei richtig. Ich habe alles versucht. Und habe daraus gelernt, dass Manches auch mit gutem Willen nicht zu retten ist.</p>
<p class="p4"><strong>Wie lief die Trennung ab? Und wann kamen die Anwälte ins Spiel?</strong></p>
<p class="p6">Sehr unschön. Wir haben es leider nicht geschafft, respektvoll miteinander umzugehen.</p>
<p class="p6">Meine Tochter ist erst bei mir gewesen, so wie das ja in den meisten Fällen gemacht wird.<span class="Apple-converted-space"> </span>Als ich meine Stelle wechseln wollte, weil ich dort, wo ich war, beruflich unglücklich war, kamen das erste Mal Anwälte ins Spiel. Es gab für mich die Möglichkeit in einer Kirchengemeinde 135 km entfernt zu arbeiten und ich wollte da hin. Es gab im näheren Umkreis nämlich nichts, was meine berufliche Situation verbessert hätte, und ich wusste, wenn ich bleibe wo ich bin, gehe ich kaputt.</p>
<p class="p6">Mein Ex-Mann wollte mich nicht mit Kind gehen lassen und zog vor Gericht.</p>
<p class="p4"><strong>Wie kam es dann zur Entscheidung für euer Lebensmodell? Gab es eine Einigung oder eine gerichtliche Entscheidung?</strong></p>
<p class="p6">Es gab mehrere Gerichtsverfahren. Der erste Richter hat mich auf die fieseste Art und Weise gedemütigt und bloßgestellt. Als Frau meinem Beruf eine solche Wichtigkeit beizumessen, fand er unangebracht, und dass ich auch noch für die Kirche arbeite, hat dann den Rest gegeben. Er hat mir zwar nichts „weggenommen“ weder das Aufenthaltsbestimmungsrecht noch das Sorgerecht – aber er hat nicht erlaubt, dass ich mit Kind umziehe. (Wäre das heute passiert, hätte ich den Gerichtssaal verlassen und Beschwerde über den Umgang des Richters mit mir eingelegt. Damals war ich viel zu ängstlich.)</p>
<p class="p6">Nach vielen Wochen des Nachdenkens bin ich dann ohne Kind umgezogen, habe den Anwalt gewechselt und ein neues Verfahren in die Wege geleitet.<span class="Apple-converted-space"> </span>Nach circa einem Jahr ging es also erneut vor Gericht.</p>
<p class="p6">Der zweite Richter war so, wie ein Richter sein muss. Es war eine komplett andere Erfahrung als beim ersten Mal. Er hat sich in Ruhe alle Seiten angehört und war auch sehr gut vorinformiert.</p>
<p class="p6">Für ihn stand es quasi 50/50. Am Schluß allerdings machte er es sich einfach und ließ die Entscheidung des letzten Richters so stehen. Es änderte sich also nichts.</p>
<p class="p4"><strong>Wie bist du mit der juristischen Auseinandersetzung zurechtgekommen und was hat diese mit dir gemacht? Häufig hören wir, dass familiengerichtliche Verfahren traumatisch sein können. Bist du immer noch angefasst von diesem Erlebnis?</strong></p>
<p class="p6">Es ging mir sehr schlecht. Ich habe Wochen und Monate geheult. Besonders nach dem ersten Gerichtsverfahren fühlte ich mich so sehr gedemütigt und ungerecht behandelt. Ich hab sehr lange immer wieder fantasiert, wie ich mich hätte anders verhalten und was ich hätte sagen müssen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Außerdem wusste ich nicht wie ich weiter handeln sollte. Ich wollte nicht ohne meine Tochter umziehen, doch ich wusste auch: Ich kann nicht da bleiben, wo ich bin.</p>
<p class="p4"><strong>Wie bist du letztlich für dich zu einer Entscheidung gekommen?</strong></p>
<p class="p6">Nach dem zweiten Gerichtsverfahren war meine Kraft am Ende. Ein Teil meiner Familie und Freunde sagten: Du musst weiterkämpfen. Doch innerlich wusste ich, dass es Zeit war loszulassen. Ich wollte nicht weiter an meiner Tochter zerren und reißen. Ich wusste mein Ex-Mann würde niemals aufgeben. Einer musste es tun. Und das war in diesem Fall eben ich. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Wie bist du persönlich mit dieser Situation umgegangen, als sie noch &#8222;frisch&#8220; war? Hattest du Schuld- oder Schamgefühle?</strong></p>
<p class="p6">Ich hatte entsetzliche Schuld- und Schamgefühle! Ich hatte das Gefühl, ich musste mich ständig vor anderen rechtfertigen und dachte immer, ich muss alles genauestens erzählen, damit bloß niemand denkt, ich sei eine Rabenmutter.</p>
<p class="p6">Mittlerweile sind diese Schuld- und Schamgefühle verschwunden. Ich rechtfertige mich nicht mehr. Ich sage: So ist es und nicht anders.</p>
<p class="p4"><strong>Als die Entscheidung, dass deine Tochter bei ihrem Vater leben würde, final stand, warst du sehr traurig. Wie bist du mit der Trauer umgegangen und was hat dir geholfen?</strong></p>
<p class="p6">Ich habe viel mit mir nahen Menschen darüber gesprochen. Besonders meine große Schwester war eine stabile Stütze und die beste Ratgeberin, die man sich wünschen kann. Außerdem gab es viel laute Klage Richtung Himmel. Ich hab Gott beim Hundespaziergang täglich angeschrien! Das tat unglaublich gut. Ich wusste, Gott hört zu und kann meine Wut aushalten und verurteilt mich nicht. Und ich habe ununterbrochen geheult. Habe das nie runtergeschluckt, sondern jede Träne, die kam, fließen lassen.</p>
<p class="p6">Ich habe viel Energie in meine Arbeit gesteckt und darin Erfüllung und auch Ablenkung gefunden. Das war etwas, das ich kontrollieren konnte. In meinem Job bin ich größtenteils nicht fremdbestimmt und kann ihn so ausfüllen, wie es mir Freude bereitet.</p>
<p class="p6">Außerdem habe ich auf Autofahrten zurück, in denen ich meine Tochter bei ihrem Vater abgegeben habe, 10 mal hintereinander: „Let it go“ von Anna und Elsa (Disney) gehört und mitgegrölt.<span class="Apple-converted-space"> </span>Hört sich albern an, hat aber alles geholfen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Und dann ist es auch einfach die Zeit, die hilft.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Wie ging es in den nächsten Jahren weiter? Wie ist das Verhältnis zum Vater deiner Tochter?</strong></p>
<p class="p6">Mittlerweile hat sich das alles gut eingespielt. Meine Tochter kommt gerne her und sagt: das ist mein Zuhause. Sie hat hier zwei richtig gute Freundinnen, die oft bei uns schlafen. Sie kennt alle Nachbarn sehr gut und begleitet mich oft, wenn ich beruflich bei Gottesdiensten oder auf Konfifreizeiten unterwegs bin. Natürlich ist es anders, als bei Menschen, die am Wochenende frei haben – ich arbeite schließlich am Wochenende und somit ist auch hier meine Zeit begrenzt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Mit dem Vater kommuniziere ich möglichst nur per WA. Wir hatten jahrelang einen Betreuer, der mit uns das Jahr geplant hat. Ohne wäre es nicht gegangen und ich bin sehr froh und dankbar, das es solche Hilfen gibt. Mittlerweile brauchen wir den Betreuer nicht mehr und meistens klappt es einfach, indem wir uns gegenseitig Nachrichten schreiben. Telefonieren geht nicht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Hilft dein Beruf beim Verzeihen oder Versöhnen?</strong></p>
<p class="p6">Ich denke schon, dass mein christlicher Glaube und meine Einstellung zur Versöhnung mir selbst geholfen haben, loszulassen und keinen Groll zu hegen. Allerdings bin ich auch nur ein Mensch und ich habe Zeit gebraucht, um innerlich da zu sein, wo ich jetzt bin. Und es gibt manche Verletzungen, die brechen immer wieder auf und mit ihnen kommt dann schon auch mal wieder die Wut. Ich denke, Verzeihen und Versöhnen ist ein lebenslanger Prozess.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Bist du heute zufrieden mit diesem Lebensmodell? Oder gibt es etwas, was du ändern würdest, wenn du könntest?</strong></p>
<p class="p6">Ich bin zufrieden mit meinem Leben, ja. Auch, wenn ich es mir immer ganz anders ausgemalt habe. Ich hätte von Herzen gern meine Tochter bei mir und auch sehr gerne mehr Kinder gehabt und einen Partner, der mit mir lebt.</p>
<p class="p6">Es kam alles anders – doch auch anders kann es schön sein. In dem Moment, wo ich angefangen hatte, die Situation zu akzeptieren, wurde es immer besser. Wenn du anfängst den IST-Zustand anzunehmen, dann kannst du auch wieder auf das, was du lebst, Einfluss haben. Als ich entschied, nicht weiter zu kämpfen, entschied ich mich auch für mich selbst: Endlich nicht mehr fremdbestimmt zu sein und die Situation so wie sie ist, selbst in die Hand zu nehmen und das gestalten, was sich gestalten lässt.</p>
<p class="p6">Im Moment möchte ich nichts ändern, denn sonst würde ich dies mit aller Macht versuchen.</p>
<p class="p4"><strong>Wie geht es eurem Kind mit eurem Familienmodell?</strong></p>
<p class="p6">Ich denke, es war in den ersten Jahren als meine Tochter zwischen 5 und 7 war sehr schwer. Jede Trennung ist für Kinder furchtbar und meine Tochter hat sich lange Zeit Normalität gewünscht. Das hat sie auch so geäußert. Doch ich denke, dass wir alle das Beste aus der Situation gemacht haben und meine Tochter heute zufrieden ist, mit dem wie es ist. Vieles hat sich wirklich gut eingespielt. Meine Tochter macht einen glücklichen Eindruck. Ich sage absichtlich nicht &#8222;meine Tochter ist glücklich&#8220;, denn ich bin nicht meine Tochter. Das wird sie uns später selbst sagen können, ob sie eine glückliche Kindheit hatte. Jedenfalls geben sowohl mein Ex-Mann als auch ich, alles was wir können, damit sie glücklich ist. Wie das Eltern eben so machen…</p>
<p class="p4"><strong>Wie lebt deine Tochter? Hat sie Geschwister?</strong></p>
<p class="p6">Meine Tochter lebt mit meinem Ex-Mann und seiner Freundin in einer Kleinstadt. Sie hat bisher keine Geschwister.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Im Rahmen unserer Arbeit für SOLOMÜTTER stoßen wir regelmäßig an gesellschaftliche Grenzen und Stigmata. Wir erleben Vorurteile und sogar Anfeindungen. Dabei sind Alleinerziehende ja mittlerweile keine Randerscheinung mehr, sondern mit 20% ein valider Anteil der Familien in unserem Land. Die meisten Ein-Eltern-Familien sehen aber eben anders aus und bestehen zu 90% aus Mutter und Kind oder Kindern. Welche Reaktionen erhältst du von der Öffentlichkeit?</strong></p>
<p class="p6">Ich stehe berufsbedingt in der Öffentlichkeit und bin Pfarrerin von drei Dörfern. Meine Lebenssituation kann und wollte ich nie verheimlichen. Ich habe immer sehr offen darüber gesprochen, dass ich alleine ins Pfarrhaus ziehe und meine Tochter nicht immer da sein wird. Erstaunlicherweise haben 99 Prozent der Menschen absolut verständnisvoll reagiert und abgesehen von ein paar Dorfgerüchten, die ich sofort im Keim erstickt habe, gab es (soweit ich weiß) keine Verurteilungen und Anfeindungen.</p>
<p class="p6">Das sieht im weltweiten Netz allerdings anders aus: Ich erlebe auf Social Media (Instagram und Facebook) sehr viele Anfeindungen und Verurteilungen zu meinem bzw. unserem Lebensmodell. Dass eine Mutter es wagt, zu gehen und nicht bis zum bitteren Ende für ihr Kind zu kämpfen, widerspricht für die meisten Menschen der Mutterschaft. Eine Mutter hat sich gefälligst komplett aufzugeben. Beruf und alles andere hinter die Priorität &#8222;Kind&#8220; zu stellen. Sonst ist sie eben keine gute Mutter.</p>
<p class="p6">Mir war, als ich anfing über mein Muttersein zu schreiben und zu erzählen, erstmal gar nicht bewusst, was für ein Fass ich damit aufgemacht hatte. Doch schnell stellte ich fest, für viele Frauen in meiner Situation ist das ein absolutes Tabuthema und die Scham extrem groß. Hunderte Frauen haben mir geschrieben und sich bedankt, dass ich darüber spreche. Und gleichzeitig gab es z.B. unter einem Facebook-Post des Nachtcafés, hunderte Nachrichten, in denen mir mein Muttersein abgesprochen und ich beleidigt wurde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Diese heftigen Reaktionen bestärken mich nur darin, weiterhin offen über mein &#8222;Wochenend-Muttersein&#8220; zu sprechen. Egal wieso ich oder wir in diese Situation gekommen sind, niemand hat das Recht, mich zu verurteilen und mir irgendetwas abzusprechen – weder meine Mutterliebe, noch die Bindung zu meinem Kind, noch sonst etwas.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Und andere Mütter, die sich vielleicht sogar von vornherein freiwillig für dieses Modell entschieden haben, dürfen auch nicht verurteilt werden.</p>
<p class="p6">Wochenendväter werden so gut wie nie in die Schublade &#8222;Rabenvater&#8220; gesteckt. Ihnen wird nicht gesagt: „Ich könnte das nicht!“ Und sie werden auch nicht gefragt: „Vermisst du denn unter der Woche die Kinder nicht?“ oder „Du hast sicher eine gestörte Bindung zu deinem Kind“.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Da hast du sehr Recht. Danke für diese Offenheit und das Sprechen. W</strong><strong>ie erlebst du dein Leben heute? </strong><strong>Gibt es Unterschiede in der Bindung zu deinem Kind im Vergleich zum Vater? Oder hast Du manchmal Sorge, dass deine Tochter dich weniger doll lieb hat als den Papa?</strong></p>
<p class="p6">Ich lebe ein völlig anderes Leben als mein Ex und bin auch ein ganz anderer Mensch. Meine Tochter weiß das und stellt sich darauf ein, sowie das alle Kinder bei ihren Eltern oder anderen Menschen machen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Bei mir sind andere Dinge möglich als bei ihrem Vater, in manchen Dingen bin ich strenger und in manchen Sachen lockerer.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Unsere Bindung hat unter der Vergangenheit und der Situation in der Gegenwart bis jetzt nicht gelitten. Wir streiten uns und wir haben uns lieb. Ich habe keine Sorge, dass sie mich weniger liebt als ihren Vater.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">In den Zeiten rund um das Gerichtsverfahren war das allerdings anders. Da gab es eine riesige Konkurrenz zwischen uns. Es war wie ein Wettkampf, den niemand gewinnen kann und dem man sich gar nicht aussetzen sollte, denn Kinder lieben ihre Eltern. Meine Tochter hat nie einen von uns mehr als den anderen geliebt, davon bin ich überzeugt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Hast du dich jemals selbst als &#8222;Rabenmutter&#8220; gefühlt, weil du nicht jeden Tag ein Butterbrot schmierst?</strong></p>
<p class="p6">Ich kenne keine Mutter, die nicht mal das Gefühl hatte, eine Rabenmutter zu sein. Wir versuchen doch immer alles richtig zu machen und egal wieviel Zeit wir mit unseren Kindern verbringen, es läuft doch nicht immer alles so wie gewünscht. Und dann machen wir uns Vorwürfe und denken, wir sind Rabenmütter. Das kann aus X- Gründen passieren: Weil man zu streng war. Weil man in einem Moment falsch reagiert hat. Weil man nicht geduldig war… oder oder oder…</p>
<p class="p6">Ich hatte dieses Gefühl sehr oft als meine Tochter sehr klein war. Auch weil der Druck von außen auf uns Mütter so enorm ist. Es redet einem doch jeder rein und meint, man müsste es anders machen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Heute habe ich dieses Gefühl nur noch ab und an. Aber nicht wegen unseres Modells, sondern wenn ich im Nachhinein das Gefühl habe, ich habe z.B. in einem Konflikt nicht angemessen reagiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Dass ich keine Pausenbrote schmiere, stört mich eigentlich um der Sache willen nicht – es macht mir nur bewusst, dass ich niemals einen normalen Alltag mit meinem Kind haben werde – und das schmerzt ab und an eben doch.</p>
<p class="p4"><strong>Was bist du denn für eine Mutter? Was möchtest du deinem Kind vermitteln?</strong></p>
<p class="p9">Ich bin so Mutter, wie ich auch Mensch bin: Ehrlich, chaotisch, mit viel Liebe und Leidenschaft. Ich lebe meinem Kind vor, dass Freiheit etwas sehr Wichtiges ist und dass ihr niemals jemand reinreden darf, was gut für sie ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p9">Mit den Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, möchte ich Vorbild für sie sein und zeigen, dass auch sie irgendwann mutig Entscheidungen treffen kann, die für sie selbst richtig sind. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p9">Mir ist es nicht so wichtig, dass meine Tochter ein ordentliches Zimmer hat, aber dass sie lernt respektvoll mit anderen umzugehen und auf ihre Mitmenschen zu schauen. Da bin ich vielleicht auch berufsbedingt etwas nervig.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Was außer deiner Familiensituation zeichnet dich als Mensch aus? Wer bist du, wenn du nicht Mutter bist?</strong></p>
<p class="p6">Ich bin Anna Manon. Ich bin in erster Linie Mensch und Frau und dabei Mutter und Pfarrerin. Ich ziehe das Muttersein nicht aus, wenn ich Pfarrerin bin. Genauso wenig wie ich das Pfarrerinnensein ausziehe, wenn ich meine Tochter bei mir habe.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Meine Berufung ist mir zwar sehr wichtig: Ich liebe es sehr Pfarrerin zu sein. Den Menschen Gott und Jesus Christus nahezubringen, Kirche und Gemeinden zu gestalten und für Menschen da zu sein in all ihren Lebensphasen – aber ebenso liebe ich es Mutter zu sein. Meinem Kind die Welt zu zeigen. Sie zu lieben, mit ihr 3 Fragezeichen zu hören, Harry Potter zu lesen und für sie da zu sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Ich bin sehr tierlieb und fülle die leeren Räume des großen Pfarrhauses und den Garten mit allerhand Getier. Zwei Hunde, vier Katzen und sechs Landschildkröten leben bei uns.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Ich bin Beziehungsmensch. Ich bin gerne unter Menschen, Freund*innen und Nachbar*innen. Meine Tochter liebt dies ebenso. Eine Leidenschaft, die uns verbindet.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Magst du noch etwas zum aktuellen Mutterbild, zur Mutterrolle sagen? Warum wird in Deutschland die Mutterschaft so hoch aufgehängt? Glaubst du, die Identität von Frauen geht manchmal verloren, wenn sie Mutter werden?</strong></p>
<p class="p6">Es ist 2023 und trotzdem ist das Mutterbild ein uraltes: Die ideale Mutter, die alles opfert für Kind und Mann. Sie ist nicht aus den Köpfen zu kriegen. Ich schaue um mich herum und selbst emanzipierte Freundinnen haben meist die volle Verantwortung für die Care-Arbeit rund ums Kind. Ich erzähle da nichts Neues. Was ich sehe, ist, dass wir Frauen in dieses Bild so reinmanövriert wurden, dass wir selbst denken: &#8222;Ohne uns geht’s nicht!&#8220;. Das sitzt so tief und wird noch viele Jahre dauern, bis wir da raus sind.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Ich glaube nicht wirklich, dass die Identität verloren geht. Das geht nämlich gar nicht. Und es ist auch völlig normal, dass es eine Weile „nur“ ums Kind oder die Kinder geht. Das ist ja auch eine schöne Priorität, die man setzen kann, im Leben. Aber doch bitte mit dem Partner gemeinsam.</p>
<p class="p6">Wieso können sich nicht alle Männer vom ersten Tag an voll mitverantwortlich fühlen und bei allem mitdenken? Dann würde diese Frage nach verlorener Identität gar nicht gestellt werden, weil es für beide Seiten normal wäre, dass das eigene Leben und die eigenen Bedürfnisse zeitweise in den Hintergrund geraten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Und wie steht das im Zusammenhang mit dem kirchlichen Glauben?</strong></p>
<p class="p6">Die Kirche hat entschieden zu unserem Mutterbild beigetragen. Ganz besonders natürlich das idealisierte Bild unserer Maria. Eine reine, gute, perfekte Jungfrau, die Gottes Sohn zur Welt gebracht hat. Mütter haben sich so heilig zu verhalten wie Maria, die sagte:<span class="Apple-converted-space"> </span>„Siehe, ich bin die Magd des Herrn! Mir geschehe nach deinem Wort!“ (Lk 1,38) – sich zu opfern, alles anzunehmen und hinzunehmen, das wird von einer guten Mutter erwartet.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Schön, dass Geschichten wie eure diesem veralteten Bild etwas entgegensetzen. Nur erzählte Geschichten und Familienmodelle können Teil der gelebten Alltagsrealität werden.</strong></p>
<p class="p6">Am Anfang habe ich meine Geschichte nur erzählt, weil ich auf Gerüchte reagieren wollte. Nach und nach habe ich aber festgestellt wie unsichtbar Frauen sind, die wie ich ihr Muttersein in diesem Modell leben und wie schambehaftet unser Thema. Nach meinem ersten Mini-Auftritt im SWR-Fernsehen, bei der Landesschau Baden-Württemberg haben sich so viele Frauen gemeldet und mir für meinen Mut gedankt. Ich wurde um Rat gefragt und viele haben mir einfach ihre Geschichte erzählt. Mit der Zeit wurden es dann auch viele Männer, die mir schrieben und mich um Feedback baten oder ähnliches.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p6">Nachdem ich dann auch einiges an Shitstorm über mich ergehen lassen musste, wurde mir einfach immer deutlicher: Das Thema Wochenend-Mutterschaft muss in die Öffentlichkeit. Es muss als normales Familienmodell neben anderen gleichwertig stehen dürfen, ohne das Müttern ihr Muttersein abgesprochen wird. Dafür kämpfe ich mit meiner Geschichte!</p>
<p class="p4"><strong>Kannst du Müttern in deiner Situation einen oder gerne auch mehrere Ratschläge geben?</strong></p>
<p class="p6">Jede Familientrennungssituation ist eine andere, deswegen bin ich da recht vorsichtig mit allgemeinen Ratschlägen.</p>
<p class="p6">Wenn es Mütter sind, die im Gerichtsverfahren sind, oder darüber nachdenken nicht mehr zu kämpfen, oder die von vornherein mit ihrem Partner einig sind, dass sie das Wochenendmodell leben wollen, rate ich:<span class="Apple-converted-space"> </span>Sprecht mit anderen darüber. Mit Menschen, denen Ihr vertrauen könnt und die Euch gut tun. Oft ist es auch sinnvoll Profis ranzuziehen: Psychotherapeuten oder Coaches, die euch nicht nach dem Mund reden, sondern Euch mit echten Tipps stärken, bzw. euch die Dinge aus anderen Perspektiven aufzeigen.</p>
<p class="p6">Und ich möchte diesen Müttern sagen: Egal wie es dazu kam, egal was ihr entscheidet, egal was andere sagen, ihr seid keine Rabenmütter, nur weil ihr freiwillig oder unfreiwillig von euren Kindern getrennt lebt. Eine gute Beziehung zum eigenen Kind zu haben, geht auch ohne den Alltag miteinander! Das wissen wir aus Großeltern- , Tanten- und Onkel-Beziehungen. Die können genauso innig und wertvoll sein, wie die Beziehung, die ein Kind zu seinen Eltern hat.</p>
<p class="p6">Dein Kind ist immer noch dein Kind, auch wenn es woanders wohnt. Dein Kind wird es mit der Zeit verstehen und es wird nicht einfach aufhören dich zu lieben, denn du bist seine Mutter!</p>
<p class="p4"><strong>Was hat Dir rückblickend geholfen, deinen individuellen Weg zu gehen und bei Dir zu bleiben?</strong></p>
<p class="p6">Ganz sicher: mein Glaube an Gott. Das Vertrauen, dass da jemand ist, der mich bei alldem begleitet und mich darin bestärkt, dass es richtig ist, was ich entscheide.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p class="p4"><strong>Danke, Anna, das war ehrlich, aufrichtig und spannend. Es gab so viele Denkanstöße. Wir finden deinen Weg gut und richtig. Danke, dass du auch uns noch einmal deine Geschichte erzählt hast. Es gibt eben nicht nur den einen Weg Familie zu leben, sondern ganz viele! Alles Gute für dich und deine Tochter.</strong></p>
<p></p>								</div>
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					<p class="elementor-heading-title elementor-size-default">Von Sara Buschmann</p>				</div>
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		<title>Zeit für Revolution: Interview mit den MIAs</title>
		<link>https://solomuetter.de/2022/11/24/interview-mit-den-mias/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Nov 2022 19:33:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die &#8222;White Lily Revolution&#8220; wurde von der Mütterinitiative für Alleinerziehende (MIA) ins Leben gerufen und findet in diesem November bereits zum dritten Mal statt. Die Initiator:innen dieser Aktion machen Gewalt gegen Mütter und Kinder im Familienrecht sichtbar und fordern die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention. Was genau das bedeutet, warum diese Aktion nötig ist und wie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="3406" class="elementor elementor-3406" data-elementor-post-type="post">
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									<p></p>
<p><strong>Die &#8222;White Lily Revolution&#8220; </strong><strong>wurde von der Mütterinitiative für Alleinerziehende (MIA) ins Leben gerufen und findet in diesem November bereits zum dritten Mal statt. Die Initiator:innen dieser Aktion machen Gewalt gegen Mütter und Kinder im Familienrecht sichtbar und fordern die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention. Was genau das bedeutet, warum diese Aktion nötig ist und wie ihr mitmachen könnt, haben wir im Gespräch erfahren.</strong></p>
<p><strong>Liebe MIAs, wir kennen uns ja bereits lange über unser gemeinsames Engagement für Mütterrechte. Mögt ihr bitte trotzdem noch einmal kurz eure Arbeit vorstellen? Was machen die MIAs und wer steckt dahinter?</strong></p>
<p>Uns <a href="https://die-mias.de/" target="_blank" rel="noopener">MIAs</a> gibt es seit 2017, als bundesweiten Verein seit 2018 mit Sitz in Berlin. Vor fünf Jahren fanden sich einige getrennte Mütter zusammen, die über ihre hoch belastende Lebenssituation breiter informieren und Veränderungen bewirken wollten. Sie alle waren oder sind von Familiengerichtsverfahren betroffen, sehen sich regelmäßig – oft über Jahre – mit Jugendamt, Verfahrensbeiständen und Gutachter:innen konfrontiert, weil der Ex-Partner sie in immer neue Verfahren wegen der gemeinsamen Kinder zwingt. Auch das ist bereits ein Teil von Nachtrennungsgewalt. Es betrifft ca. 10 bis 15 Prozent der getrennten Eltern in Deutschland. Über die Hälfte bis knapp dreiviertel dieser „hochstrittig“ genannten Fälle haben einen Gewalthintergrund – der in den Familiengerichtsverfahren aber nicht gesehen oder ignoriert wird. MIA hat sich zum Ziel gesetzt, diese anhaltende Rechtsverletzung gegenüber gewaltbetroffenen Müttern und Kindern zu beenden. Dafür gibt es bereits seit 2018 ein super Instrument: Die <a href="https://rm.coe.int/1680462535" target="_blank" rel="noopener">Istanbul-Konvention</a>. Sie müsste nur endlich einmal umgesetzt und angewendet werden.</p>
<p><strong>Ebenso wie in den letzten beiden Jahren startet ihr auch an diesem 25. November wieder die White Lily Revolution und thematisiert „institutionelle Gewalt an Familiengerichten“. Was ist damit gemeint?</strong></p>
<p>Gewaltbetroffene Mütter und Kinder erleben in Familiengerichten und Jugendämtern regelmäßig, dass ihnen die Gewalt nicht geglaubt und ihren Vorträgen gar nicht fundiert nachgegangen wird, auch in Folgeverfahren nicht – Stichwort Confirmation Bias. Stattdessen passiert, was wir z.B. aus dem Strafrecht bei Vergewaltigungen kennen: Die Verantwortung des Täters wird ausgeblendet und das Schlaglicht stattdessen auf das Verhalten der Frau gerichtet – ein so bekannter wie misogyner Move. Im Familiengericht sehen sich Mütter dann mit Äußerungen konfrontiert wie: „Sie haben ihn sich doch ausgesucht“, „Wenn Sie therapeutische Unterstützung brauchen, sind Sie erziehungsunfähig“ oder „Er hat ja nur Sie vergewaltigt, nicht das Kind.“ Statt Ernstnehmen ihrer Traumatisierung und ihres Menschenrechts auf Gewaltschutz erfahren sie Täter-Opfer-Umkehr, erneute Viktimisierung und Traumatisierung: durch die Verfahren, die Institutionen und ihre Akteur:innen sowie durch fachlich nicht haltbare Gerichtsbeschlüsse wie erzwungene Wechselmodelle, die die Opfer – Mütter wie Kinder – regelmäßig weiter den Tätern und damit erneuter Gewalt ausliefern.</p>
<p><strong>Und deshalb habt ihr auch eine Notwendigkeit für das Projekt gesehen, richtig?</strong></p>
<p>Die Idee zu einer breiten Aktion gab es schon länger, der Wunsch sehr vieler nach Sichtbarkeit für dieses Problem war und ist nach wie vor groß. Denn diese Verfahren laufen unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Was hinter den Gerichtstüren passiert, bekommt niemand mit. 2020 haben wir schließlich die White Lily Revolution (WLR) entwickelt und zum ersten Mal am 25.11. gestartet. Wir wollten eine Plattform schaffen, um den zehntausenden jährlich betroffenen Müttern in Deutschland einen Raum zu eröffnen, in dem ihr Erleben Sichtbarkeit erhält, ohne dass ihnen das Äußern ihrer Perspektive negativ angelastet wird. Die WLR ist deshalb für Betroffene nahezu anonym – und ein wichtiger Schritt, um aus der Ohnmacht dieser Verfahren an Familiengerichten herauszukommen. Kurz: Es geht um Selbstermächtigung. Die White Lily Revolution ist Empowerment für Mütter, die es satthaben, dass regelmäßig ihre Schutzrechte missachtet werden, weil sie Frauen sind. Aus dieser Misogynie folgt leider regelmäßig auch mangelhafter Kinderschutz.</p>
<p><strong>Wer steckt konkret hinter White Lily Revolution?</strong></p>
<p>Die WLR wurde von MIA ins Leben gerufen. In diesem Jahr wird sie von zahlreichen Verbänden des Bündnis Istanbul-Konvention (BIK) unterstützt, in dem wir MIAs Mitglied sind. Außerdem haben wir mit <a href="https://verein-fema.at/" target="_blank" rel="noopener">FEM.A in Wien</a> eine feministische Kooperationspartnerin an der Seite, die seit 2021 die White Lily Revolution in Österreich umsetzt. Deshalb ist auf der <a href="https://whitelilyrev.de/karte-der-lilien/" target="_blank" rel="noopener">Karte der Lilien</a> seit diesem Jahr nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich zu sehen.</p>
<p><strong>Könnt ihr mal vorstellen, was 2020 und 2021 für Aktionen stattgefunden haben? Und was in diesem Jahr geplant ist?</strong></p>
<p>Herzstück der Aktion war und ist der bundesweite Aufruf an betroffene Mütter, zwischen dem 25.11. und 10.12. weiße Lilien vor Familiengerichten, Jugendämtern und sonstigen involvierten Institutionen niederzulegen, die ihr Recht und das Recht ihrer Kinder auf Gewaltschutz in familiengerichtlichen Verfahren verletzt haben. In diesem Jahr kommen in verschiedenen Städten Aktionen vor Ort wie in Berlin, Hannover und Hamburg hinzu. Außerdem sind wir am <a href="https://taz.de/Muetter-gegen-Gewalt/!5893347/" target="_blank" rel="noopener">25.11. beim tazTalk in Berlin</a> zu Gast: Wir sprechen mit der Rechtsanwältin Asha Hedayati, der <a href="https://solomuetter.de/?s=jacinta" target="_blank" rel="noopener">Autorin und Aktivistin Jacinta Nandi</a> und Katja Musafiri, der Initiatorin des Theaterprojekts „Trennung Impossible“, über Gewalt gegen Mütter in Familiengerichten.</p>
<p><strong>Wie war bislang das Feedback auf Eure Aktionen?</strong></p>
<p>Betroffene melden uns regelmäßig zurück, wie dankbar sie für die White Lily Revolution sind. Endlich fühlen sie sich mit ihrer Situation gehört und gesehen. Gerichte und Ämter – vor allem die, die schon mehrfach weiße Lilien auf ihren Stufen fanden – sind hingegen weniger amused. Manche ließen niedergelegte Lilien eilig räumen, manche trugen das sogar in den Gerichtssaal – wo es aber nichts zu suchen hat. Denn es ist kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem. Vielleicht empfinden manche es als Anmaßung, dass wir ihnen sagen, dass sie regelmäßig unsere Rechte verletzen. Aber da müssen sie durch. Auch Richter:innen sind nicht unfehlbar, sondern müssen berechtigte Kritik – auch von außen – aushalten. Und berechtigt ist unsere Kritik, wie nicht nur die Analyse des Soziologen Wolfgang Hammer, sondern auch der aktuelle <a href="https://www.bmfsfj.de/resource/blob/202386/3699c9bad150e4c4ff78ef54665a85c2/grevio-evaluierungsbericht-istanbul-konvention-2022-data.pdf" target="_blank" rel="noopener">GREVIO-Bericht</a> des Europarates zur deutschen Familienrechtspraxis im Kontext der Istanbul-Konvention bestätigte. </p>
<p><strong>Was möchtet Ihr mit White Lily Revolution in den nächsten Jahren erreichen?</strong></p>
<p>Wir möchten, dass das Menschenrecht auf Gewaltschutz und die Istanbul-Konvention (IK) in Familiengerichtsverfahren endlich eingehalten werden. Die IK ist seit 2018 geltendes Recht in Deutschland und anzuwenden. Davon zeigen sich viele Richter:innen bisher unbeeindruckt. Es gibt in den letzten fünf Jahren gerade einmal drei Gerichtsurteile, die sich auf die IK stützen – zwei davon im Strafrecht. Im Familienrecht: ein einziges, und das ist erst ganz frisch aus diesem Herbst.</p>
<p><strong>Wie kann es sein, dass deutsche Gerichte geltendes Recht seit Jahren ignorieren und Betroffene sich gegen diese Rechtsverletzungen nicht wehren können?</strong></p>
<p>Dass Gewalt bisher oft als nicht relevant für Entscheidungen über Umgangs- und Sorgerecht angesehen wird, liegt u.a. daran, dass es bisher keine verpflichtende, auf wissenschaftlicher Evidenz beruhende Aus- und Fortbildung sämtlicher Verfahrensbeteiligter rund um das Thema familiäre Gewalt gibt – dafür aber genug fragwürdige, wissenschaftlich wackelige bis nicht haltbare Fortbildungsangebote. Wer sich bisher nicht eigeninitiativ um diese Themen kümmert und dabei auf wissenschaftliche Qualität achtet, hat auch kein stabiles Fachwissen über Partnerschafts- und Nach-/Trennungsgewalt, zu Psychodynamiken in Gewaltbeziehungen, über Psychotraumatologie und Retraumatisierungsgefahren. Sie wissen nicht, wie man Täterverhalten erkennt oder wie Opfer tatsächlich reagieren – nämlich nicht so, wie fachliche Laien sich das denken.</p>
<p><strong>Hier dann der wichtige Schwenk zur Politik. Es steht ja eigentlich im Koalitionsvertrag, dass die Feststellung häuslicher Gewalt „in einem Umgangsverfahren zwingend zu berücksichtigen“ sei. Ist dies ein erster Schritt? </strong></p>
<p>Darin haben die Koalitionäre leider das Sorgerecht „vergessen“. In der Istanbul-Konvention stehen sowohl das Sorgerecht als auch das Besuchsrecht als Regelungsbereich. Das gilt selbstverständlich auch für Deutschland und muss umgesetzt werden. Dass es immerhin dieser Passus in den Koalitionsvertrag geschafft hat, haben wir SPD und Grünen zu verdanken. Uns hat das natürlich gefreut, aber das reicht bei weitem nicht.</p>
<p>Mit dieser Formulierung tut sich zum Beispiel prompt die nächste Frage auf: Wer stellt diese Gewalt wie fest? Laut Verfahrensrecht ist das Aufgabe der Familienrichter:innen. Wie sollen sie ohne das nichtjuristische Fachwissen erkennen und bewerten, ob es Gewalt* gab, unter der auch involvierte Kinder leiden, die oft nur schwer wasserdicht nachweisbar ist? Nach welchen Kriterien stellt man diese Gewalt fest? Anders als im Strafrecht geht es hier nicht um Bestrafung eines Täters, sondern um die Schutzrechte der Opfer, also Kinder und meist Mütter. Das müsste eigentlich heißen: In dubio pro infante, im Zweifel für das Kind. Denn Gewalt gegen die Mutter ist immer auch Gewalt gegen das Kind.</p>
<p>Um das Fachwissen-Problem zu lösen, verpflichtet die IK die Vertragsstaaten dazu, dafür zu sorgen, dass alle involvierten Akteur:innen über das nötige Fachwissen rund um familiäre Gewalt verfügen – nicht nur Richter:innen, sondern ebenso Jugendämter, Verfahrensbeistände, Gutachter:innen usw. Bisher sehen wir da sehr wenig Bemühungen. Die Bundesregierung steht also breit in der Pflicht, die Istanbul-Konvention zügig in Bundesgesetze zu überführen, alles daran zu setzen, die Schutzrechte von Frauen und Kindern sicherzustellen und sie vor weiterer Gewalt zu schützen. Vor allem für das deutsche Familienrecht hat der Euroaparat das klar angemahnt.</p>
<p><strong>Wie lange läuft eure Aktion noch und wer kann wie mitmachen?</strong></p>
<p>Die Aktion richtet sich vor allem an betroffene Mütter. Sie wollen wir aktivieren, sich an der Aktion mit Lilienniederlegungen vor Institutionen zu beteiligen, die ihr Recht auf Schutz vor Gewalt im Familienrecht missachtet haben. Gleichzeitig möchten wir das Problem breiter in die Öffentlichkeit tragen und mehr Bewusstsein dafür schaffen. Deshalb freuen wir uns natürlich auch über Unterstützung von Allies, die auf unsere Aktion aufmerksam machen, vielleicht auch Freund:innen darauf hinweisen, die eventuell betroffen sind. Betroffene wie Unterstützer:innen sind natürlich ebenso herzlich eingeladen, zu unseren Aktionen vor Ort zu kommen, zum Beispiel zum tazTalk am 25.11. in Berlin.</p>
<p><strong>Vielen Dank, liebe MIAs, und Hut ab vor dieser guten und wichtigen Arbeit. Wer noch mehr über die White Lily Revolution ist herzlich eingeladen auf der <a href="https://whitelilyrev.de/" target="_blank" rel="noopener">Aktionsseite</a> vorbeizuschauen. Hier gibt es auch eine genaue <a href="https://whitelilyrev.de/mitmachen-howto/" target="_blank" rel="noopener">Anleitung zum Mitmachen</a>.</strong></p>
<p><em>*die IK definiert 4 Gewaltformen: körperliche, sexuelle, wirtschaftliche/finanzielle und psychische Gewalt</em></p>
<p> </p>
<p></p>								</div>
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		<title>Interview mit Hendrik Lind von TrostHelden</title>
		<link>https://solomuetter.de/2022/08/16/interview-trosthelden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2022 20:56:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
		<category><![CDATA[INTERVIEW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alleinerziehende fühlen sich manchmal ziemlich einsam. Während die meisten von uns sind &#8222;nur&#8220; geschieden oder getrennt sind, haben rund 4 Prozent der alleinerziehenden Mütter und 9 Prozent der Single-Väter ihre Partnerschaft völlig unfreiwillig – durch den Tod – verloren. Verwitwet zu sein, ist eine sehr besondere Herausforderung für die Betroffenen. Es gilt, die eigene Trauer [&#8230;]</p>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Interview mit Hendrik Lind von TrostHelden</h1>				</div>
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									<p></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Alleinerziehende fühlen sich manchmal ziemlich einsam. Während die meisten von uns sind &#8222;nur&#8220; geschieden oder getrennt sind, haben rund 4 Prozent der alleinerziehenden Mütter und 9 Prozent der Single-Väter ihre Partnerschaft völlig unfreiwillig – durch den Tod – verloren. Verwitwet zu sein, ist eine sehr besondere Herausforderung für die Betroffenen. Es gilt, die eigene Trauer zu bewältigen und gleichzeitig für die Kinder stark zu bleiben. Nur wie?</span></strong></p>
<p><strong>Wir haben mit Hendrik Lind von <a href="https://www.trosthelden.de/" target="_blank" rel="noopener">TrostHelden</a> gesprochen und ihn genau danach gefragt. Lieber Hendrik, wie können Eltern mit dem Verlust des Lebenspartners oder der Lebenspartnerin umgehen und gleichzeitig für die eigenen Kinder stabil bleiben?</strong></p>
<p class="p1"><span class="s1"><strong>Hendrik Lind:</strong> Die Situation von alleinerziehenden Witwen oder Witwern ist tatsächlich extrem schwer und vielschichtig. Es heißt, die Trauer der Kinder zu versorgen und die eigene hintenan zu stellen. Nur: Was heißt hintenan? Abends? Trauer nach Plan? Das funktioniert nicht. Am Ende zeigt unsere Erfahrung mit tausenden Trauernden, dass die eigene Trauer erst einmal verschoben, verdrängt wird. „Ich muss stark sein!“. Irgendwann kommt sie dann ganz unerwartet mit voller Wucht an die Oberfläche. Der Trauerfall ist dann eventuell schon etwas her und das soziale Umfeld wundert sich oft ohne Verständnis, dass immer noch getrauert wird.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Da passt das Zitat von Benedict Wells so gut: &#8222;Trauer ist kein Sprint, Trauer ist ein Marathon.&#8220; Was ist denn eigentlich die besondere Herausforderung bei einem Trauerfall in einer Partnerschaft mit Kindern?</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Zum einen ist da die eigene Trauer um die geliebte Partnerin oder den Partner und die Trauer der Kinder. Dann kommt da aber noch ein anderer Traueraspekt dazu, den ich hier mal die egoistische Trauer nenne. Dabei möchte ich betonen, dass ich in diesem Rahmen „egoistisch“ NICHT als bewertenden Ausdruck benutze. Ein Beispiel: Neben der Trauer um den Partner trauert die junge Witwe auch darum, nun eventuell nicht eine heile Familie mit Haus und Hund zu haben. Auch die in der Phantasie schon ausgemalten, familiären Urlaubsträume sind geplatzt. Es sind eh alle Träume und gemeinsamen Pläne hin. In den vielen Gesprächen haben wir immer wieder gehört, dass der oder die Trauernde selbst sich für diese Gedanken und Gefühle schämen. Wir sagen: Diese Gefühle sind mehr als angebracht. Wir alle, ob trauernd oder nicht, bedauern nicht realisierbare Träume! Ein weiterer Aspekt von besonderen Herausforderungen: Pärchenabende mit Freunden sind nun auch eher Dreier- oder Fünferrunden. Die Witwe wird sich oft als fünftes Rad am Wagen fühlen. Eventuell nehmen befreundete Paare auch Abstand, denn sie wissen nicht, wie sie mit ihrer trauernden Freundin umgehen sollen – auch wenn sie es eigentlich unbedingt wollen. Die Einladungen zu gemeinsamen Aktivitäten werden seltener…</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Das kennen auch nicht verwitwete Alleinerziehende. Dieses langsam heraufkriechende Gefühl nicht mehr überall willkommen zu sein. Da helfen oft nur Gleichgesinnte. Ihr vermittelt Trauerfreunde. Erklärt doch mal, was und wozu das gut ist.</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Mit dem Schicksalsschlag spricht ein Mensch von jetzt auf gleich eine neue Sprache. Ich nenne es mal eine Trauersprache. Diese ist ganz individuell, da sie eine Kombination aus Schicksalsschlag, dem eigenen Umgang mit der Trauer und sonstigen Lebensumständen ist. So gibt es allein auf Deutsch tausende verschiedene Trauersprachen. Eine Frau, die um ihren Verlobten (und geplatzte Träume) trauert, spricht eine andere Sprache als die Frau, die 30 Jahre mit ihrem Partner hatte. Beide haben absolut unterschiedliche Themen. Doch auch zwei gleichaltrige Frauen mit gleichem Schicksalsschlag können unterschiedliche Themen haben. Die eine ist finanziell gut ausgestattet, die andere muss sich nun wirklich Sorgen machen, wie sie und die Kinder über die Runden kommen. Mit unserem Trauerfreunde-Matching schauen wir auf die drei genannten Aspekte Schicksalsschlag, Umgang mit Trauer und sonstige Lebensumstände. Insgesamt bieten wir einen sicheren und anonymen Rahmen, also ein sehr beschütztes Nest, in dem mit der Zeit Vertrauen aufgebaut wird. Erst wenn das eigene Bauchgefühl sagt „zu dieser Person fühlt es sich vertraulich an“, werden die Klarnamen, Telefonnummern und Adressen ausgetauscht. Wir als TrostHelden werden dann nicht mehr benötigt.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Wie stellt ihr sicher, dass die Trauernden auch zueinander passen?</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Ein „Matching“ kennen die meisten von uns von Singlebörsen. Wir funktionieren ähnlich, obwohl es bei uns nicht um romantische Bedürfniserfüllungen geht. Wir schauen sehr feingliedrig auf die jeweilige Situation unserer TrostHelden. Um dann die Trauerfreund-Vorschläge machen zu können, bei denen die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass es passt. Wir versuchen unsere Mitglieder dann dazu anzuhalten, ruhig Kontakt zu mehreren TrostHelden aufzunehmen, da sich oft erst mit der Zeit herauskristallisiert, wer das passende Gegenüber sein kann. Oftmals haben unsere Mitglieder auch mehrere Trauerfreundschaften.  </span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Habt ihr denn auch trauernde Elternteile in eurer Community? </span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">In der TrostHelden-Community haben wir viele Elternteile, die um ihren Partner trauern. Die Ohnmacht im eigenen sozialen Netzwerk, auch wenn dieses sich bemühen will, wird ja täglich größer, ebenso die eigene Verzweiflung. Dann jemanden zu treffen, der oder die die gleichen Themen und Gefühle hat, tut gut. An dieser Stelle möchte ich noch einmal schildern, welches denn die beiden elementaren Aussagen Betroffener neben der Trauer sind.: 1. „Mein soziales Umfeld versteht mich nicht. Es kann mir das nicht geben, was ich dringend benötige.“ Und 2.: „Ich verstehe mich selbst nicht mehr.“ Wenn nun das Gegenüber genauso tickt wie du, fühlst du dich verstanden. Verständnis im Außen fühlt sich immer gut an. Im Fall der Trauer und meiner zweiten Aussage geht es aber noch weiter: Verständnis im Außen ist wie ein Spiegel, um sich neu zu erkennen; um sich neu kennenzulernen. Wir schlagen mit TrostHelden sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Das Sprichwort „Gleich und gleich gesellt sich gern“ bekommt im Rahmen der Trauer eine ganz intensive Bedeutung.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Gibt es Feedback von den Trauernden? Also wisst ihr, wie es den verwitweten Eltern in den Patenschaften bei TrostHelden geht? </span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Feedback bekommen wir zu Hauf. Da ist zum einen dieses „Endlich versteht mich jemand“. Und es ist in Ordnung, wenn ich mein Gegenüber um 3 Uhr morgens anrufe, denn da ist Verständnis für meine Situation. Wir haben viele gleichgeschlechtliche Trauerfreundschaften, aber auch Männleins und Weibleins. Tatsächlich sind auch schon zwei Liebespaare durch die anfänglich reine Trauerfreundschaft entstanden. Das eine Pärchen ist 78 und 80 Jahre alt, das andere sehr viel jünger. Beide haben Kinder mitgebracht und fühlen sich, auch durch das so sehnlichst gewünschte Verständnis ob der eigenen Situation, romantisch hingezogen. Ich möchte aber betonen, dass das Ziel von TrostHelden nicht die Vermittlung von Knutschereien ist, sondern, dass die beiden Menschen mit exakt gleicher Trauersprache zusammenkommen.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Welche Tipps könnt ihr verwitweten Müttern oder Vätern an die Hand geben? Was ist am Anfang wichtig und was auf Dauer?</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Es ist schon richtig, dass zuerst einmal die Trauer der Kinder aufgefangen wird und die eigene die zweite Geige spielt. Doch auch die zweite Geige ist extrem wichtig in einem Orchester! So ist es wichtig, sich kleine Inseln zu schaffen, um sich dort um sich kümmern zu können. Damit meine ich nicht die Trauer nach Plan. Doch Bewegung, evtl. Atemübungen, Meditationen oder was einem sonst gut tut, hat dann auch seinen Raum. Freunde wissen oft nicht, wie sie helfen können. Eine tolle Hilfe ist, die Kinder mal für eine Zeit abzuholen, mit ihnen kleine Ausflüge zu machen, auf den Spielplatz zu gehen. Für die trauernde Freundin oder den Freund gibt das dann Raum für bewusste Selbstfürsorge (das kann auch „einfach“ mal eine Runde heulen bedeuten). Wäre ich aktuell Trauernder, würde ich meinem sozialen Umfeld sagen: „Bitte behandle mich weiter ganz normal. Ich stecke zwar gerade in einer speziellen Situation in der du mir aus ganz logischen Gründen nicht helfen kannst. Für diesen Teil von und in mir suche ich mir an anderer Stelle Hilfe. Auch bei dir werde ich bestimmt hier und da mal in akute Trauer kommen und vor Verzweiflung fast nicht atmen können. Halt mich dann bitte. Such nicht nach Antworten oder ähnlichem. Halt mich nur.“ Übrigens können wir die Situation ja auch mal von der anderen Seite betrachten! Für eine:n Zugehörige:n eines trauernden Menschen ist es nun wirklich keine angenehme Situation. Ein Herzensmensch leidet zutiefst und man selbst kann nicht helfen. Die Ohnmacht ist so groß, dass oftmals ein Rückzug gesucht wird. Bei Trauernden heißt es dann: „Mein soziales Umfeld/meine Freunde/meine Familie hat mich im Stich gelassen.“ Als Zugehörige:r kannst du aber durchaus die Aussage machen, dass du selbst zwar keine Antworten für die sehr spezielle Situation hast, dass du aber in den Pausen zwischen der Trauer da bist, um ein wenig Normalität und Freude in das Leben des oder der Betroffenen bringen kannst. Du kannst Kommunizieren, dass du es auch aushältst, aktive:r Zuhörer:in zu sein und nicht versuchst, aus gesellschaftlich anerzogenen Gründen unbedingt eine schlaue Antwort zu liefern. Na, und dann gibt es natürlich die Möglichkeit, für den trauernden Herzensmensch das Erlangen der richtigen Antworten zu ermöglichen – durch einen TrostHelden-Gutschein </span><span class="s2"><img decoding="async" class="emoji" role="img" draggable="false" src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/svg/1f60a.svg" alt="😊" /></span><span class="s1">. Damit verschenkst du eine rettende Möglichkeit, die nicht viel kostet.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Gibt es Anlaufstellen, die ihr für die erste Hilfe, also die Akutsituation, empfehlen könnt? An wen wende ich mich, wenn mein:e Partner:in gestorben ist?</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Dieser Aspekt ist Geschmacksache. Es gibt Trauergruppen, die von kirchlichen und nichtkirchlichen Organisationen angeboten werden. Es gibt überall Trauerbegleitung etc. Dort sind viele Tipps zu erlangen und der/die Betroffene wird erst einmal aufgefangen. Jemanden mit gleicher Trauersprache gibt es dort aber nur mit sehr kleiner Wahrscheinlichkeit zu finden. Das haben wir durch tausende Einzelgespräche mit Betroffenen immer wieder erfahren. Und weil wir genau dieses seit Jahrzehnten bestehende Problem erstmalig lösen, machen unsere Mitglieder ja auch so großartige Erfahrungen. Großartige Erfahrungen &amp; Trauer, wie passt das zusammen?! Menschen, die einen guten Umgang mit ihrer Trauer erfahren haben, berichten meist von Geschenken, die die Trauer mit sich gebracht hat. Natürlich würden diese Geschenke sofort gegen den geliebten Menschen eingetauscht werden, doch das ist ein Thema, über das wegen seiner Unmöglichkeit nicht weiter gesprochen werden muss. Die Geschenke aber gehen alle in Richtung mehr Selbstliebe, mehr Selbstwert. Ist das nicht ein Hammer? Eben habe ich ja schon erwähnt, dass Trauernde sich selbst nicht mehr verstehen. Und ja: Mit dem Schicksalsschlag sind wir (für immer) anders. Ist es da nicht im Eigeninteresse, sich neu kennen zu lernen? Trauern hat demnach sehr viel mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Erzählen wir das aber nicht Trauernden in akuter Trauer, denn das ist in der akuten Situation blanke Theorie und bloß ein rationaler Gedanke, ein Lösungsversuch, um aus der unangenehmen Situation herauszukommen. Als Vergleich: Einem 15jährigen Mädchen, das seine Matheaufgaben nicht schnallt und schier verzweifelt, hilft es nicht, wenn wir ihm erzählen, dass es in zwei Jahren, wenn es fleißig weiter übt, großen Spaß machen wird, Matheaufgaben zu knacken.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Jetzt interessiert uns natürlich auch noch euer Hintergrund: Wer sind die TrostHelden? Und welche Geschichte steht hinter eurer Gründung?</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1">Mein Frau Jen und ich haben beide ein Kind mit in unsere Ehe gebracht. Als dann das erste gemeinsame Kind kam, war die Kinderseele der Großen ordentlich am Wackeln. Sie hatten/haben zwei Zuhause und es stellte sich ihnen die Frage, wo in diesem ganzen Chaos denn nun ihr Platz sei. Zudem waren da auf einmal Mama &amp; Papa &amp; Kind. Also die neue heile Familie. Das ist für jedes Trennungskind eine wirklich ätzende Situation. Meine Frau hat dann in sich gefühlt und eine Lösung gefunden: Sie hat ein T-Shirt ihres Ex` genommen und eins von sich und ein Kuscheltier aus beiden genäht. Meine Ex und mich hat sie auch zusammengebracht – in Form eines sogenannten mapapus (MAmaPApaPUppe). Diese mapapus haben so viel mit unseren Kids gemacht, dass Freunde in ähnlicher Situation auch eins wollten. Auch hier wurde über großartige Beobachtungen berichtet. Am Ende haben wir unseren Kindern dieses Zeichen gegeben: „Wir gehen zwar getrennte Wege, doch in Dir sind wir für immer vereint!“. Irgendwann haben wir uns dann selbständig gemacht und wollten allen Trennungskindern dieser Welt diese Möglichkeit bieten. Wir mussten aber lernen, dass sich Getrennte nicht gerne zusammennähen lassen wollten. Dafür gab es aber – auch schon vor der Gründung der mapapu GbR &#8211; eine Anfrage, einen mapapu aus den T-Shirts eines verstorbenen großen Bruders für ein Kind zu nähen. Zuerst wusste meine Frau nicht, ob sie diese Stoffe verarbeiten kann – immerhin wurden wir sehr intensiv über den Schicksalsschlag informiert. Das Feedback und die Resultate waren so krass gut, dass wir uns ab da auf diese spezielle Hilfe für Trauernde spezialisiert haben. mapapus nähen wir heute nicht mehr. Doch durch rund 7.000 Einzelgespräche mit Trauernden haben wir so viel gelernt, dass wir unsere wirklich neuartige Hilfe TrostHelden erfunden haben. Diesen Ansatz gibt es weltweit nur bei uns (und wir sind ein wenig stolz </span><span class="s2"><img decoding="async" class="emoji" role="img" draggable="false" src="https://s.w.org/images/core/emoji/14.0.0/svg/1f609.svg" alt="😉" /></span><span class="s1">).</span></p>
<p class="p2"><strong><span class="s1">Und noch eine Frage: Ihr seid selbst Eltern und Experten in Sachen Sterben und Trauer. Gibt es Dinge, die man zu diesem Thema am besten schon besprechen sollte, bevor ein Trauerfall eintritt? Welche Vorsorgemaßnahmen kann ich als Familie für den Worst Case treffen?</span></strong></p>
<p class="p2"><span class="s1">Es gibt natürlich finanzielle Vorsorgemöglichkeiten. Und es macht auch Sinn, einen Notfallordner zu erstellen. Darin sind z.B. alle Versicherungen, alle Passwörter, alle finanziellen Werte etc. aufgelistet. Denn wenn ein Schicksalsschlag eintritt, muss ein:e Betroffene sich um so viele Orgadinge kümmern, obwohl die Situation echt anderes verlangt. So ein Notfallordner schließt also ein zusätzliche Erschwerung der eh schon schweren Situation aus. Wir empfehlen zusätzlich, ganz offen mit dem eigenen Partner zu besprechen, wie denn so die eigene Bestattungsfeier aussehen soll. Welches Essen? Welche Musik? Vielleicht wird ja schon eine Playliste erstellt. Meine Frau wünscht sich übrigens auf ihrer eigenen Bestattungsfeier das Lied von Queen „Don´t stop me now“ Toll, oder?! Insgesamt brauchen Paare auch wirklich keine Angst vor dem Gespräch über die eigene Trauerfeier zu haben. Ich verspreche: Es wird viel gelacht werden! Übrigens kann man in solch ein Gespräch auch die Kinder mit einbeziehen. Kinderbücher über Tod und Trauer können da helfen. Mein liebstes Kinderbuch aus diesem Segment heißt „Die besten Beerdigungen der Welt“ von Ulf Nielsson.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1"> </span></p>
<p></p>								</div>
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		<title>Interview mit Rechtsanwältin Karola Rosenberg</title>
		<link>https://solomuetter.de/2022/06/18/karola-rosenberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jun 2022 09:55:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
		<category><![CDATA[INTERVIEW]]></category>
		<category><![CDATA[TIPPS BEI TRENNUNG]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als viertes von fünf Kindern ist Karola Rosenberg damit aufgewachsen zu verhandeln – über den besten Sitzplatz, das größte Stück Kuchen oder das schönste Spielzeug. Durch ihren Vater, der ebenfalls als Rechtsanwalt und Richter tätig war, bekam sie schon früh Einblicke ins Familienrecht. Wir haben mit Karola gesprochen und wollten unter anderem wissen, was die [&#8230;]</p>
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<p><strong>Als viertes von fünf Kindern ist <a href="https://www.rechtsanwalt-sorgerecht.de/">Karola Rosenberg</a> damit aufgewachsen zu verhandeln – über den besten Sitzplatz, das größte Stück Kuchen oder das schönste Spielzeug. Durch ihren Vater, der ebenfalls als Rechtsanwalt und Richter tätig war, bekam sie schon früh Einblicke ins Familienrecht.</strong></p>
<p><strong>Wir haben mit Karola gesprochen und wollten unter anderem wissen, was die guten und was die nicht so schönen Seiten ihres Berufes sind. Außerdem hat uns Karolas Engagement für <a href="https://www.hotline-familienrecht.de/">die neue Rechtshilfehotline der Stiftung Alltagsheld:innen</a> interessiert.</strong></p>
<p><strong>Liebe Karola, war der Anwaltsjob mit deinem familiären Hintergrund für dich quasi gesetzt?</strong></p>
<p>Zugegeben – zunächst hat mich das Bonbon-Glas auf dem Bürotisch meines Vaters mehr interessiert, als seine Geschichten aus dem Arbeitsalltag. Doch mit steigendem Alter stieg auch mein Interesse an den Hintergründen. Durch und durch Praktikerin, machte ich nach dem Abitur aber zunächst eine Ausbildung bei der Polizei. Das dabei an der Fachhochschule zu leistende „kleine Jurastudium“ machte mir viel Spaß und so entschloss ich mich, auch das „große“ Jurastudium an den Universitäten in Osnabrück und Bonn zu absolvieren.</p>
<p><strong>Hatte auch deine persönliche Situation damit zu tun? Warst du selbst auch eine Zeit lang alleinerziehend?</strong></p>
<p>Nein, ich war nie alleinerziehend und bin auch in einer klassischen „Zweieltern-Familie“ mit meinen vier Geschwistern sehr Bullerbü-mäßig aufgewachsen. Ich bin seit über 20 Jahren mit dem gleichen Mann zusammen und seit mehr als 10 Jahren verheiratet. Allerdings habe ich mal scherzend gesagt, dass ich „Teilzeit alleinerziehend und Vollzeit berufstätig“ bin. Mein Mann ist Berufssoldat und zum Teil für längere Zeit in Einsätzen im In- und Ausland. Ich kenne also die praktisch-organisatorischen Probleme von Eineltern-Familien, aber nicht die emotionalen und finanziellen Schwierigkeiten. Jedenfalls nicht aus persönlicher Erfahrung.<br /><strong> </strong><br /><strong>Wir kennen dich und deine Arbeit in erster Linie von <a href="https://www.instagram.com/rechtsanwaeltin.rosenberg/?hl=de">Instagram</a>, wo du Interessierte an deinem Leben als Anwältin teilhaben lässt. Wann und warum hast du dich entschlossen Teile deiner Arbeit auf Social Media sichtbar zu machen?</strong></p>
<p>Ich war frustriert und wollte etwas verändern. Ich habe gearbeitet bis zum Umfallen und hatte lauter Fälle, die relativ leicht zu regeln gewesen wären, wenn die Mandant:innen einfach manche Sachen früher gewusst hätten. Ich wollte ansetzen, bevor alles in Scherben liegt und es nur noch darum geht, zu kitten was zu kitten ist. Also habe ich mir eine Strategie überlegt, wie man die wesentlichen Informationen möglichst einfach möglichst vielen Leuten zugänglich machen kann. Ich habe ein Buch über Instagram gelesen, weil ich so gar nicht Social Media-affin war und dann einfach losgelegt.</p>
<p><strong>Mittlerweile bist du <a href="https://www.rechtsanwalt-sorgerecht.de/">deutschlandweit als Anwältin</a> unterwegs und hast diverse Fälle begleitet. Was ist besonders schön an deinem Beruf?</strong></p>
<p>Ich löse gerne Probleme. Die Geschichten der Menschen sind für mich wie ein Riesendurcheinander an Seilen. Jura ist mein Werkzeug, um das Chaos zu entwirren. Ich prüfe, welche Stricke „entheddert“ werden können, wo man schneiden muss und was einfach zur Seite geschoben werden kann. Das kann für Mandant:innen ein schmerzhafter Prozess sein. Das Schönste ist, wenn eine Strategie aufgeht und die Menschen am Ende frei und unbelastet in die Zukunft gehen.</p>
<p><strong>Und gibt es auch eine traurige, unschöne Seite? Was deprimiert dich?</strong></p>
<p>Unwissenheit und fehlendes Interesse oder Voreingenommenheit bei anderen professionell Beteiligten. Kindschaftsrecht ist das ungeliebte Stiefkind des Familienrechts. Die Fälle sind oft anstrengend, belastend und aufwendig und gleichzeitig häufig schlecht bezahlt. Aber das ändert man nicht, indem man Fälle stereotyp und mit einer Null-Bock-Haltung abfrühstückt. Die Kinder gehen dabei drauf und das finde ich frustrierend, deprimierend und inakzeptabel.<br /> <br /><strong>Das Thema PAS ist ja seit einiger Zeit in aller Munde. Vornehmlich Väter nutzen diese Argumentation, aber auch Medien wie die ARD widmen diesem Thema ganze Filme und Talkrunden. Wie beobachtest du die Entwicklung dieses Themas und die der Diskussion in der Öffentlichkeit?</strong></p>
<p>PAS ist die Abkürzung für Parental Alienation Syndrome. Wenn die Leute von PAS sprechen meinen sie häufig die Entfremdung des Kindes, also dass das Kind nichts mehr mit dem „Umgangs-Elternteil“ zu tun haben will. Schuld daran soll dann der andere betreuende Elternteil sein, der das Kind manipuliert und gegen den Umgangselternteil aufbringt. Da die Hauptbetreuung häufiger durch die Mütter erfolgt, wird die Argumentation häufig von Väterinitiativen genutzt. PAS als „Syndrom“ wurde von Gardner geprägt und ist wissenschaftlich nicht haltbar, Gardner selber ist wissenschaftlich ebenfalls nicht tragbar.</p>
<p>Ich finde die Art der Diskussion völlig grotesk und wenig ziel- und lösungsorientiert. Weder bringt es etwas zu leugnen, dass es Eltern – und damit meine ich ausdrücklich Väter und Mütter – gibt, die ihre Kinder ohne Rücksicht auf Verluste manipulieren. Auf der anderen Seite ist es eine ziemlich einfache und dementsprechend schlechte Erklärung, jede Schuld von sich zu weisen, weil ja immer der betreuende Elternteil schuld daran ist, dass das Kind keinen Kontakt mehr möchte.</p>
<p>Einfache Lösungen für komplexe Probleme sind ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass man sich auf dem Holzweg befindet. Die Diskussion wird darüber geführt, wer schuld ist. Wem soll das etwas bringen? Ein Massenphänomen, nach dem die vermeintlich verbitterten Mütter stets die armen Väter durch hinterlistige Manipulation der Kinder von eben diesen fern halten, ist absoluter Unsinn. Der gleiche Unsinn ist das Märchen von den perfekten Müttern, die niemals den heißgeliebten Kindern etwas antun würden. Monster gibt es sowohl auf Väter-, als auch auf Mütterseite.</p>
<p>Ich würde mir wünschen, die ganzen Kampagnen und Gegenkampagnen würden all die finanziellen Mittel und Medienaufmerksamkeit dafür einsetzen, Lösungen zu finden, statt Schuldzuweisungen zu propagieren.<br /> <br /><strong>Viele fordern Reformen im Familienrecht. Siehst auch du Bedarf? Und falls ja, welchen?</strong></p>
<p>Ja und nein! Wir haben in Deutschland grundsätzlich exzellente Gesetze und eine hervorragende höchstrichterliche Rechtsprechung. Das Problem liegt in der Umsetzung in der Praxis, besonders auf amtsgerichtlicher Ebene.  Die Sachverhalte sind häufig sehr komplex, aufwendig zu bearbeiten und interdisziplinär, weil rechtliche, pädagogische, wirtschaftliche und psychologische Aspekte zusammentreffen. Die Sachbearbeiter:innen aller beteiligten Professionen sind oft schlecht bezahlt bei gleichzeitiger hoher Arbeitsbelastung. Dazu kommt dann noch der weit verbreitete Glaubenssatz, dass es ja um Kinder gehe und nicht um Recht und Recht haben. Dabei wird dann gar nicht bemerkt, dass man damit zugleich sagt, dass Kinder keine Rechte haben. Statt, dass die überwiegend sehr guten rechtlichen Arbeitsmittel genutzt werden, um das oben erwähnte Knäuel an Problemen zu „entheddern“, entsteht eine „Bauchgefühl-Rechtsprechung“. Und dann ist es eben reine Glückssache, ob man auf Leute trifft, die das gleiche Bauchgefühl wie man selbst hat haben oder eben nicht. Das Bauchgefühl beruht aber ja auf den individuellen Lebenserfahrungen der einzelnen professionell Beteiligten. Mit Jura und der Anwendung des Rechts hat das dann nicht mehr viel zu tun. Das ist ein Fehler.<br /> <br /><strong>Du bist mittlerweile wirklich umtriebig. Unter anderem auch als telefonische Ansprechpartnerin bei der <a href="https://www.hotline-familienrecht.de/">Rechtshilfehotline</a> der Stiftung Alltagsheld:innen. Das Angebot wurde wahnsinnig gut angenommen. Warum gibt es so viel Bedarf?</strong></p>
<p>Letztlich aus den oben genannten Gründen. Ich glaube, dass die Hotline besonders wichtig ist, um ein niederschwelliges Beratungsangebot und erste Informationen zu bekommen. Viele Menschen haben Angst sich an eine:n Anwält:in zu wenden, aus Angst vor hohen Kosten und weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Manchmal entsteht auch eine Verunsicherung darüber, ob man bei seinem Anwalt richtig aufgehoben ist.<br /> <br /><strong>Mit welchen Themen (natürlich ohne konkret zu werden) wenden sich die Anrufer:innen an dich?</strong></p>
<p>Das Oberthema ist (logischerweise) Probleme rund um die Trennung mit Kind. Wer hat welche Rechte, wann macht das Wechselmodell Sinn, wie kann man sich schützen, bei wem bekommt man Hilfe…</p>
<p><strong>Und in welchem Rahmen kannst du in dieser kurzen Zeit helfen oder unterstützen? Was ist die Erwartungshaltung der Anrufer:innen?</strong></p>
<p>Tatsächlich kann man innerhalb weniger Minuten das Grundproblem erkennen und einen ersten „Fahrplan“ für die nächsten Schritte entwickeln. Das hilft den Anrufer:innen schon aus dem Gefühl der völligen Hilflosigkeit und Ohnmacht heraus. Egal wie übermächtig das Problem zu sein scheint. Wenn man schon mal weiß, was der nächste Schritt ist und in welche Richtung man loslaufen muss und wer einem auf dem Weg helfen kann, erscheint alles schon ein Stück lösbarer.<br /> <br /><strong>Ich kenne Menschen, denen es im Trennungsprozess negativ ausgelegt werde, sich recht schnell an eine:n Anwält:in gewandt zu haben. Was empfiehlst du bzw. wann hältst du eine Rechtsberatung für sinnvoll?</strong></p>
<p>Je früher desto besser. Man muss das ja nicht an die große Glocke hängen und es besteht bei den Rechtsanwält:innen die Schweigepflicht. Nur weil man sich beraten lässt, heißt das ja noch nicht, dass man auch nach außen auftritt. Ich begleite manche Mandant:Innen im Hintergrund durch die Trennung, ohne dass der oder die andere das je erfahren hat.<br /> <br /><strong>Wer kann zusätzlich zu einem Rechtsbeistand bei einer Trennung noch unterstützen? Was ist sinnvoll?</strong></p>
<p>Ein starkes Netzwerk ist sinnvoll, wobei man immer wieder reflektieren muss, was für einen selbst richtig ist und nicht blind irgendwelchen Empfehlungen folgen. Es gibt Vereine und Interessengemeinschaften, die ganz lebenspraktisch helfen, z.B. der VAMV. Wenn es eine sehr belastende Trennung ist, würde ich auch immer empfehlen sich psychologisch unterstützen zu lassen. Da besteht oft die Angst davor, als psychisch krank stigmatisiert zu werden und deshalb schlechtere Karten im Rechtsstreit ums Kind zu haben. Oft ist aber das Gegenteil der Fall. Das man sich selbstkritisch und selbstreflektiert verhält, ist oft einer der stärksten Punkte, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken.<br /> <br /><strong>Du gibst ja online auch immer viele Tipps und Ratschläge — meistens deeskalierender Natur. Du klärst aber auch über Mythen und Ungerechtigkeiten auf. Kannst du mal drei ungewöhnliche Beispiele nennen?</strong></p>
<p>1. Mythos: Psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen stempelt einen als „Psycho“ ab, der/die sich nicht um die Kinder kümmern kann. FALSCH.<br />2. Alle Trennungskinder nehmen durch die Trennung psychischen Schaden und sind durch die Trennung geschädigt. FALSCH. Die Trennung kann eine Riesenerleichterung sein.<br />3. Vor Gericht sollte mehr über das Kind und weniger über das Recht gesprochen werden. Klingt zwar richtig, ist aber FALSCH, weil das dazu führt, dass Kinder im rechtsfreien Raum dem Bauchgefühl der restlichen Beteiligten ausgesetzt sind. Wenn das stimmen würde, bräuchte man kein Gericht, sondern nur Gesprächskreise.<br /> <br />Oder: Ich brauche keine Strategie für die Trennung, ich sage einfach immer die Wahrheit und dann wird die Gerechtigkeit siegen. Funktioniert nur bei Disney, im echten Leben, in denen subjektive Wahrheiten, Stereotypen und Überarbeitung eine Rolle spielen, geht das schnell nach hinten los.<br /> <br /><strong>Und noch einen Tipp zum Schluss: Woran erkenne ich einen guten Rechtsbeistand?</strong></p>
<p>Ausnahmen bestätigen die Regel, aber grundsätzlich ist es besser bei speziellen Problemen auch zum Spezialisten zu gehen. Eine Herz-OP lässt man ja auch eher nicht vom Hausarzt durchführen. Im Zweifel immer nochmal in eine zweite Erstberatung investieren und schauen, ob die Chemie auch stimmt.</p>
<p><strong>Danke, Karola, das war spannend und auch ein bisschen erleichternd. Für uns fühlt es sich nach diesem Interview so an, als ob wir tatsächlich Anwält:innen finden können, mit denen wir – auf Augenhöhe und mit viel Engagement von allen Seiten – gute Ergebnisse aushandeln können. Also an dieser Stelle auch noch mal eine absolute Follower-Empfehlung für Karolas Account!</strong></p>
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					<p class="elementor-heading-title elementor-size-default">Von Sara Buschmann</p>				</div>
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		<title>Interview mit Verena Frensch von Fair für Kinder</title>
		<link>https://solomuetter.de/2022/01/02/interview-mit-verena-frensch-von-fair-fuer-kinder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Jan 2022 16:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
		<category><![CDATA[INTERVIEW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In jeder Hinsicht benachteiligt Der Verein “Fair für Kinder” engagiert sich für die Abschaffung des Ehegattensplittings und eine gerechte Besteuerung für Alleinerziehende. Wir haben, passend zum Jahresstart 2022, mit Gründungsmitglied Verena Frensch gesprochen und sie zu den aktuellen Entwicklungen befragt. Verena, Ihr kämpft seit Jahren für die Abschaffung des Ehegattensplittings. Warum und wie? Erzähle doch [&#8230;]</p>
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					<h1 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Interview mit Verena Frensch von Fair für Kinder</h1>				</div>
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<h2 class="wp-block-heading">In jeder Hinsicht benachteiligt</h2>



<p><strong>Der Verein “Fair für Kinder” engagiert sich für die Abschaffung des Ehegattensplittings und eine gerechte Besteuerung für Alleinerziehende.</strong></p>



<p><strong>Wir haben, passend zum Jahresstart 2022, mit Gründungsmitglied Verena Frensch gesprochen und sie zu den aktuellen Entwicklungen befragt.</strong></p>



<p><strong>Verena, Ihr kämpft seit Jahren für die Abschaffung des Ehegattensplittings. Warum und wie? Erzähle doch bitte mal von Eurer Arbeit.</strong></p>



<p>Wir sind alle von einem ungerechten Steuersystem betroffene aktuell oder ehemals alleinerziehende Elternteile, die die Härte des Systems zu spüren bekommen haben:</p>



<p>Wir erhalten keine Unterstützung bei der Betreuung unserer Kinder, müssen diese zusätzlich zur alleinigen Versorgung selbst finanzieren oder erbringen und werden aber nahezu wie Singles besteuert. Im Vergleich zu verheirateten Paaren sind wir in jeder Hinsicht benachteiligt.&nbsp;</p>



<p>Wir klären mit Kampagnen und Aktionen über diesen Missstand auf. Unsere Mitstreiterin Reina Becker ist aufgrund ihrer Aktivitäten und ihrer Expertise häufig in der Presse. Bei unserer letzten Kampagne kamen viele prominente Menschen zu Wort. Über diese Solidarität haben wir uns sehr gefreut!&nbsp;</p>



<p>Unsere aktuelle Kampagne sieht so aus, dass Alleinerziehende eine Postkarte bei uns beziehen können mit einem vorgedruckten Einspruchstext zu ihrem Steuerbescheid. Die Postkarte hat einerseits symbolischen Wert und wir wünschen uns, dass so viele wie möglich davon in deutschen Finanzämtern landen. Und sie hat andererseits auch einen faktischen Wert: Alleinerziehende könnten rückwirkend finanziell profitieren, sofern die anhängigen Verfahren beim Bundesfinanzhof verhandelt werden und zugunsten der Alleinerziehenden entschieden werden sollten. Mehr Informationen dazu findet ihr auf unserer Website&nbsp;<a href="http://www.fairfuerkinder.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.fairfuerkinder.de</a>.&nbsp;</p>



<p><strong>Was bedeutet das Ehegattensplitting eigentlich insbesondere für Alleinerziehende?</strong></p>



<p>Das Ehegattensplitting begünstigt die Ehe, nicht aber die Pflege und Erziehung von Kindern. D.h., das Ehegattensplitting ist eine steuerliche Begünstigung für Trauscheine, nicht für Familien. Diese Vergünstigung fällt – abhängig von der Einkommensverteilung und -höhe – sehr großzügig aus. In 2021 waren es etwa bis zu 18.321 Euro.</p>



<p>Das wirkt nicht nur diskriminierend für Familien ohne Trauschein, sondern insbesondere für Alleinerziehende, denn uns fehlt nicht nur die steuerliche Begünstigung, sondern zusätzlich erfüllen wir mehrere Rollen gleichzeitig, die in Partnerschaften auf zwei Schultern lasten:</p>



<p>Kinderbetreuung und Hausarbeit müssen zusätzlich zum Lohnerwerb allein erbracht werden. Ein Teilzeitjob reicht meist nicht für den Lebensunterhalt einer Familie. Fremdbetreuung will organisiert und finanziert werden. Für Ein-Eltern-Familien bedeutet all dies eine kräftezehrende Zerreißprobe und eine enorme finanzielle Belastung sowie eine große Ungerechtigkeit hinsichtlich ihrer Wahrnehmung und Unterstützung in Gesellschaft und Politik.</p>



<p>Wir finden: Familie ist dort, wo Kinder sind und nicht ein Trauschein! Deshalb sollten Familien – und zwar alle Familien und dazu zählen auch Ein-Eltern-Familien – finanziell stärker entlastet werden.&nbsp;</p>



<p><strong>Würdet Ihr mal erzählen, wie Ihr gestartet seid und was die persönliche Geschichte von Reina Becker mit dieser Gründung zu tun hatte?</strong></p>



<p>Ich öffnete 2017 im Februar meinen Steuerbescheid und fiel fast um: Das war das erste Mal, dass mir die Ungerechtigkeit meiner Besteuerung als Alleinerziehende klar wurde. Kurz zuvor hatte ich in der Kita in München zu hören bekommen, ich hätte bei der (kostenpflichtigen) Hortplatz-Vergabe keinen bevorzugten Anspruch gegenüber doppelverdienenden Ehepaaren.</p>



<p>Es fiel mir wie Schuppen von den Augen: Hier stimmte etwas ganz und gar nicht. Ich kontaktierte noch am selben Tag Reina Becker, die ich zum Thema Besteuerung Alleinerziehender im Internet recherchiert hatte. Reina klagt seit über 10 Jahren quer durch die juristischen Instanzen gegen die ungerechte Besteuerung von Alleinerziehenden. Derzeit sind mehrere Verfahren vor dem Bundesfinanzhof und verschiedenen Finanzgerichten anhängig. Reina ist selbst Steuerberaterin, also Expertin und gleichzeitig Betroffene:</p>



<p>Als ihre beiden Kinder noch klein waren, verstarb plötzlich ihr Mann. Von einem auf den anderen Tag war sie alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Kindern, Unternehmerin mit einer Steuerkanzlei und Ernährerin der Familie – und sie musste erheblich mehr Steuern zahlen als sie hätte zahlen müssen, wenn statt ihres Mannes eines ihrer Kinder gestorben wäre.&nbsp;</p>



<p>Vor vier Jahren haben wir den Verein “Fair für Kinder” gegründet, weil wir Reinas Kampf für mehr Gerechtigkeit unterstützen wollen. Das Steuergesetz ist nicht nur verstaubt und hält an alten Rollenbildern fest, es ist auch zutiefst diskriminierend.&nbsp;</p>



<p>Als nächstes mobilisierten wir politisch aktive Freunde in Berlin. So gründete sich in den kommenden Wochen unsere über Deutschland verteilte Initiative mit dem Ziel, zur Bundestagswahl 2017 auf die Missstände unseres Familienbesteuerungssystems aufmerksam zu machen.</p>



<p><strong>Nun ist eine neue Regierung im Amt und es wird sich bezüglich Eures Anliegens wieder wohl wieder nichts ändern. Überrascht Euch das und wie erklärt Ihr Euch diesen Umstand?</strong></p>



<p>Helmut Kohl hatte schon 1982 bei seiner Antrittsrede versprochen, das Ehegattensplitting zugunsten eines Familiensplittings abzuschaffen. Seither hat sich nichts getan. Ein Schelm, wer hier Böses denkt: dennoch profitieren natürlich gerade die Entscheider von dem existenten System. Vielleicht ein Grund dafür, warum seit Jahrzehnten an einem Relikt aus einem längst überholten Gesellschaftssystem festgehalten wird, obwohl es Teile der Gesellschaft strukturell benachteiligt und nachweislich Kinderarmut und Altersarmut der Frauen und Mütter begünstigt.</p>



<p>Wir präferieren gegenüber dem immer wieder angeführten Familiensplitting eher eine Individualbesteuerung mit deutlich erhöhtem Kindergeld und Kinderfreibeträgen, weil diese Änderung nicht nur den Besserverdienenden, sondern allen Betroffenen zugunsten käme.</p>



<p><strong>Was bedeutet das Festhalten am Ehegattensplitting für Eure Arbeit?</strong></p>



<p>Wir sind hier ehrlich: Das Wahlergebnis ist entmutigend. Mit einer Regierung aus SPD und Grüne in der Mehrheit hätten wir uns im Koalitionsvertrag eine deutliche Aussage gewünscht. Beide Parteien hatten sich im Wahlkampf für eine Reform des Ehegattensplittings ausgesprochen.&nbsp;</p>



<p>Wir hatten während des Wahlkampfes eine Testimonial-Kampagne gestartet. Es war toll zu sehen, wie viele und zum Teil prominente Menschen – Schauspieler*innen, Künstler*innen, Autor*innen, Journalist*innen – sich daran beteiligt und sich eindeutig für eine Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer gerechten Entlastung für Familien und Alleinerziehende ausgesprochen haben. Uns hat sogar ein Familienvater angeschrieben, der selbst vom Splitting profitiert und gesagt: “Ich unterstütze den Kampf von Reina Becker und Eure Arbeit, denn es ist Zeit, dass wir dieses Relikt endlich loswerden.” Man hat den Eindruck: Die Gesellschaft ist weiter als die Politik.&nbsp;</p>



<p>Was das Festhalten am Ehegattensplitting für unsere Arbeit bedeutet? Na, wir machen weiter!&nbsp;</p>



<p>Zwei unsere Mitglieder haben dieses Jahr einen Kraftakt geleistet, um diese Testimonial-Kampagne auf die Beine zu stellen und es bedarf wieder großer Kraftanstrengung, um sich zu motivieren, weiterzumachen. Dennoch ist die Weiterverfolgung unserer Anliegen alternativlos. Auch, wenn wir alle auch bei einem Erfolg nicht mehr davon profitieren würden.</p>



<p><strong>Wer gehört bislang zu Eurem Team bzw. wer engagiert sich bei “Fair für Kinder” und wie kann man Eure Arbeit unterstützen?</strong></p>



<p>Unser Vorstand und harte Kern besteht aus den drei Gründungsmitgliedern Reina Becker, Dr. Esther Konieczny und Verena Frensch; hinzu kam Delia Keller, die mit Esther auch die jährlich in Berlin stattfindende Demo „<a href="https://esreichtfuerunsalle.wordpress.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Es reicht für uns Alle</a>“ gegen Kinderarmut mit ins Leben gerufen hat.</p>



<p>Wir engagieren uns alle ehrenamtlich, sind aber oft ganz schön überbelastet. Deshalb benötigen wir dringend weitere Mitstreiterinnen für die Sache: Wir würden uns v.a. über Unterstützung im Bereich Social Media/Community Management, Campaigning, Fundraising und Pressearbeit freuen.&nbsp;</p>



<p>Wir freuen uns auch immer über Spenden, die uns helfen, Druckkosten zu finanzieren oder Reichweitenverstärker in den sozialen Medien zu buchen.&nbsp;</p>



<p>Natürlich hilft uns auch das Verbreiten der Kampagnen im Netz und auch jede Form von Sichtbarkeit.</p>



<p><strong>Danke, Verena, für das informative Gespräch und die Argumente, die ihr uns damit an die Hand gegeben habt.</strong></p>
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					<p class="elementor-heading-title elementor-size-default">Von Sara Buschmann</p>				</div>
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		<title>Interview mit Heidi Thiemann</title>
		<link>https://solomuetter.de/2021/12/07/interview-mit-heidi-thiemann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 15:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
		<category><![CDATA[INTERVIEW]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Das kann doch nicht wahr sein, dass sich da so wenig getan hat« Heidi Thiemann hat mit Alltagsheld:innen 2021 die erste bundesweite Stiftung für Alleinerziehende gegründet. Wir haben mit der Rheinländerin gesprochen und das erste Stiftungsjahr einmal Revue passieren lassen.  Heidi, nun gibt es Alltagsheld:innen schon seit fast einem Jahr. Bist Du zufrieden mit diesen [&#8230;]</p>
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									<p></p>
<h2 class="wp-block-heading">»Das kann doch nicht wahr sein, dass sich da so wenig getan hat«</h2>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Heidi Thiemann hat mit Alltagsheld:innen 2021 die erste bundesweite Stiftung für Alleinerziehende gegründet. Wir haben mit der Rheinländerin gesprochen und das erste Stiftungsjahr einmal Revue passieren lassen. </strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Heidi, nun gibt es Alltagsheld:innen schon seit fast einem Jahr. Bist Du zufrieden mit diesen ersten Monaten?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Wir können für das erste Jahr eine gute Bilanz ziehen. In 2021 haben wir die Belastungen von Alleinerziehenden durch die Pandemie in den Mittelpunkt gestellt und zahlreiche Projekte in Deutschland gefördert, die sich hauptsächlich um Unterstützung und Entlastung von Ein-Eltern-Familien durch Corona kümmern. Dazu gehörten Freizeitangebote, die das Empowerment der Mütter in den Mittelpunkt stellen, eine Beratungshotline speziell für Alleinerziehende, die pandemiebedingt Probleme in der Familie haben, aber auch konkrete Hilfestellungen wie Umgang mit Medien für migrantische Mütter, die mit homeschooling konfrontiert waren, Hausaufgabenhilfe für Kinder aus benachteiligten Stadtvierteln und Drogeriegutscheine für Alleinerziehende aus Berlin.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Auch ein internationales Projekt haben wir unterstützt: In Marokko sind Alleinerziehende rechtlich schlechter gestellt als bei uns, sie erhalten dort allermeist keinerlei Unterhalt oder eine staatliche Ersatzleistung wie in Deutschland, sind also besonders darauf angewiesen, erwerbstätig zu sein. Das geht nur mit verfügbarer Kinderbetreuung, die gerade in der Pandemie eine besondere Herausforderung war und ist. Wir haben ein Projekt in Tanger – 100% Mamans – unterstützt, die das anbietet.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Wir haben auch mit anderen Akteuren, die zum Teil schon seit vielen Jahrzehnten für Verbesserungen kämpfen, gute Arbeitskontakte aufgebaut. Beispielsweise haben wir gemeinsam 8 Forderungen an die neue Ampel-Regierung formuliert und an die Koalitionsparteien gesendet. Wir haben uns auch gefreut, dass Solomütter darüber berichtet hat.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Vielleicht noch einmal einen Schritt zurück: Wie kam es überhaupt zur Gründung dieser Stiftung und wer steht dahinter?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Ich war selbst viele Jahre alleinerziehend, kenne diese Lebenssituation also sehr gut. Seit meiner Jugend bin ich Feministin und habe die Strukturen, die mir das Leben als Alleinerziehende schwer machten, mit meinen Freundinnen analysiert und als Teil eines patriarchalischen Systems eingeordnet.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Meiner Meinung nach soll es seit Jahrhunderten Müttern systematisch schwer gemacht werden, ohne Männer / Väter mit ihren Kindern fröhlich und abgesichert leben zu können. Wir spüren bis heute die Auswirkungen dieser frauenfeindlichen Vorstellung, bei der unzureichenden Kinderbetreuung, fehlender Familienfreundlichkeit in Unternehmen und diskriminierender Steuergesetzgebung, auch wenn man nicht mehr erwartet, dass sich eine ledige Mutter umbringt, wie noch vor hundert Jahren. Nun könnte man erwidern: Was ist denn mit den alleinerziehenden Männern? Die erleben auch Diskriminierung, allerdings ist ihre Situation etwas anders. Statistisch gesehen leben bei ihnen eher die größeren Kinder, daher arbeiten auch sehr viel mehr Solo-Väter in Vollzeit als die Solo-Mütter und haben weniger finanzielle Probleme. Man könnte die alleinerziehenden Männer salopp gesprochen als Kollateralschaden des patriarchalischen Systems sehen – sie waren darin eigentlich nicht als Carearbeiter vorgesehen.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Als ich vor ein paar Jahren – meine Söhne waren bereits erwachsen – als Gleichstellungsbeauftrage arbeitete, hatte ich wieder die Alleinerziehenden bei mir im Büro sitzen, die von nahezu denselben Problemen berichteten, die ich aus den 90er und Nuller-Jahren kannte. Da dachte ich: Das kann doch nicht wahr sein, dass sich da so wenig getan hat! So entstand die Idee zur Stiftung. Mit der habe ich schließlich viele Menschen überzeugen können, die das Startkapital für die Stiftung gaben.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Wie haben potentielle Spender:innen auf Eure Anfrage reagiert? Hattet Ihr das Gefühl, dass es in der Bevölkerung bereits eine Sensibilität für die Herausforderungen des Alleinerziehendendaseins gibt?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Wir sind mit unserer Arbeit auf Spenden angewiesen und müssen die Wichtigkeit unserer Arbeit daher deutlich machen. In jedem Spendenaufruf informieren wir über die vielzähligen Barrieren und Grenzen durch Gesellschaft und Gesetze, denen Alleinerziehende ausgesetzt sind. Es gibt jedoch durchaus ein Gespür für die Ungerechtigkeiten. Laut Familienreport des Familienministeriums von 2020 sagen z.B. 84 Prozent der Bevölkerung, dass Alleinerziehende besser unterstützt werden müssen. Wir dürfen gespannt sein, ob die Ampelregierung hier endlich wirksame neue Wege beschreitet.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Was ist perspektivisch Euer Hauptanliegen und wie wollt Ihr dies erreichen?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Die Alltagsheld:innen sind die erste bundesweite Stiftung für die Rechte von Alleinerziehenden. Darin steckt bereits unser Arbeitsauftrag: Wir wollen dazu beitragen, dass sich die Rahmenbedingungen verbessern und Diskriminierungsstrukturen abgebaut werden, damit Alleinerziehende mit ihren Kindern finanziell abgesichert, diskriminierungsfrei und selbstbestimmt leben können. Dafür ist noch viel zu tun.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Unser Arbeitsansatz hat vier Säulen: Die Projektförderung von innovativen Ideen anderer Vereine und Verbände, eigene mehrjährige Projektschwerpunkte zu Alleinerziehenden-Themen, die bisher noch nicht ausreichend beachtet wurden, zudem Bildungs- und Informationsarbeit sowie Stärkung von Initiativen und Verbänden, die gleiche Ziele wie wir haben. Wir wollen mit unser Arbeit Entscheider:innen in Politik und Gesellschaft erreichen und damit grundlegende Verbesserungen bewirken.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Uns ist auch die internationale Arbeit sehr wichtig, da wir zeigen wollen, dass viele Benachteiligungsstrukturen von Solomüttern trotz unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten derselben Logik folgen, auch wenn sie Alleinerziehende in anderen Ländern teils viel härter diskriminieren.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Ihr habt im letzten Jahr ja schon einige Initiativen für Alleinerziehende supportet. Auch wir SOLOMÜTTER haben von monetärer Unterstützung für unsere Redaktion profitieren können. Wer kann sich bei Euch bewerben?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>In erster Linie unterstützen wir Projekte, die strukturelle Veränderung zum Ziel haben und gesellschaftliche Wirkung zeigen, insbesondere Projekte mit innovativem Charakter. Voraussetzung ist, dass es eine gemeinnützige Organisation gibt, bei der das Projekt angesiedelt ist. Das kann ein lokaler Verein sein oder auch ein großer Verband.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Wie wählt Ihr Eure Projekte aus und was ist aus Eurer Sicht besonders wichtig?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Wir haben in 2021 <a href="https://alltagsheldinnen.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Förderlinien für Projekte</a> entwickelt. Es gibt im Jahr vier Termine für die Einreichung von Projekten. Uns ist die Transparenz der Entscheidungen sehr wichtig. Wir haben ein internes Bewertungssystem entwickelt, das jeder Antrag bei uns durchläuft. Besonders hoch bewerten wir neue Ideen, die das Potential haben, eine grundsätzlichere Veränderung herbeizuführen. Projekte, die sich an Alleinerziehende, die besonders marginalisiert sind, werden auch gerne von uns gefördert. Die partizipative Gestaltung der Projekte mit der Zielgruppe ist ebenfalls ein Kriterium. Wir beraten Antragsteller:innen gerne, die sich unsicher sind, ob sie Chancen haben oder wie sie die Formulare ausfüllen sollen.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Gibt es so etwas wie ein Lieblingsprojekt für Dich?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Ich erfreue mich an der Vielfalt der Ideen, die uns die unterschiedlichen Träger präsentieren. Natürlich finden wir eure Plattform schon „outstanding“. <img decoding="async" style="width: 20px;" src="https://s.w.org/images/core/emoji/13.1.0/svg/1f609.svg" alt="😉" /></p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Könnt Ihr uns schon ein bisschen was dazu verraten, was in 2022 so passieren wird?</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Für die kommenden zwei Jahre haben wir uns zwei Schwerpunktthemen gesetzt. Zum einen wollen wir uns intensiver mit den strukturellen Barrieren von migrantischen Alleinerziehenden befassen, da diese Gruppe innerhalb der Alleinerziehenden noch einmal verstärkt von Benachteiligung betroffen ist.  Ein zweiter Schwerpunkt wird das Thema Wohnen als Ein-Eltern-Familie sein. Hier wollen wir Alleinerziehenden den Zugang zu bezahlbaren Wohnungen erleichtern. Die Vorhaben der neuen Regierung sehen ja viele neue, staatlich geförderte Wohnungen vor. Wir werden uns mit unseren Partner:innen dafür einsetzen, dass Alleinerziehende davon profitieren.  Dabei ist uns auch die Qualität des Wohnens besonders wichtig. Wir wollen keine kleinen Schachtelwohnungen, wo Solo-Eltern isoliert hausen, sondern fördern Ideen und Konzepte , die Alleinerziehenden mehr Lebensqualität durch solidarische Wohnformen ermöglichen.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Zum Wohnen veranstalten wir am 18. Januar 2022 unsere 2. Held:innen-Debatte, – ein Digitalformat, in dem wir mit Betroffenen und Akteur:innen des Themenbereichs die Hürden und Bedarfe herausarbeiten wollen. Interessent:innen können sich dafür bei <a href="mailto:stiftung@alltagsheldinnen.org">stiftung@alltagsheldinnen.org</a> bis zum 14.01.2022 anmelden.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Danke, Heidi, für dieses Gespräch, Dein Engagement und Eure Unterstützung.</strong></p>
<p></p>								</div>
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									<p></p>
<h2 class="wp-block-heading"></h2>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Über Heidi Thiemann</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong><em>»Ich habe die Stiftung gestartet, weil ich feststellen musste, dass sich für Alleinerziehende in den vergangenen 30 Jahren fast nichts zum Positiven bewegt hat. Also dachte ich: Dann müssen wir das jetzt tun.«&nbsp;</em></strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Heidi Thiemann hat mit Alltagsheld:innen die erste bundesweit aktive Stiftung für Alleinerziehende gegründet. Ihre beiden Söhne zog sie großteils alleine groß. Seit ihrer Jugend engagiert sich Heidi Thiemann für mehr Geschlechtergerechtigkeit. In den vergangenen 25 Jahren arbeitete sie in der Entwicklungszusammenarbeit und als Gendertrainerin.&nbsp;</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Über die Stiftung Altagsheld:innen</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Die&nbsp;<a href="https://alltagsheldinnen.org/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stiftung Alltagsheld:innen</a>&nbsp;setzt sich dafür ein, Gesellschaft so zu gestalten, dass sie Alleinerziehende und ihre Kinder in ihrer Vielfalt nicht mehr benachteiligt.&nbsp;</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Als erste bundesweite Stiftung für Alleinerziehende mit Sitz in Hilden, Nordrhein-Westfalen, fördern die Alltagsheld:innen innovative Projekte, die grundsätzlich und langfristig zur Verbesserung der konkreten Lebenssituation von Alleinerziehenden beitragen. Die Stiftung möchte Impulse für relevante Themen setzen, Netzwerke stärken und initiiert wissenschaftliche Untersuchungen zu den verschiedenen Bedarfen von Ein-Eltern-Familien. Zusammen mit Partner:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft schafft sie gesellschaftliche Veränderung durch Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit.</p>
<p></p>								</div>
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					<p class="elementor-heading-title elementor-size-default">Von Sara Buschmann</p>				</div>
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			</item>
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		<title>Lasst Euch nicht verunsichern</title>
		<link>https://solomuetter.de/2021/07/01/lasst-euch-nicht-verunsichern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara Buschmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 2021 11:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[GESPRÄCHE]]></category>
		<category><![CDATA[MAGAZIN AUFMACHER]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Şebnem ist Juristin und arbeitet in der Rechtsstelle einer Verwaltung. Die 41-Jährige lebt — nach sechs Jahren in Istanbul — heute im Ruhrgebiet. Von Kamen aus startet sie mit ihrem siebenjährigen Sohn Mert regelmäßig in ferne Länder und sagt: „Lasst euch von niemandem verunsichern. Bereist mit euren Kids die Welt!“ „Mama, wann können wir wieder [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://solomuetter.de/2021/07/01/lasst-euch-nicht-verunsichern/">Lasst Euch nicht verunsichern</a> appeared first on <a href="https://solomuetter.de">SOLOMÜTTER</a>.</p>
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									<p></p>
<p><strong>Şebnem ist Juristin und arbeitet in der Rechtsstelle einer Verwaltung. Die 41-Jährige lebt — nach sechs Jahren in Istanbul — heute im Ruhrgebiet. Von Kamen aus startet sie mit ihrem siebenjährigen Sohn Mert regelmäßig in ferne Länder und sagt:</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>„Lasst euch von niemandem verunsichern. Bereist mit euren Kids die Welt!“</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>„Mama, wann können wir wieder mit dem Flugzeug verreisen?“ Diese Frage stellte mir mein 6-jähriger Sohn Mert, direkt nachdem wir im April 2021 von einem knapp 10-stündigen Rückflug aus der Dominikanischen Republik zurück in Deutschland waren. Kein Wunder, dass Mert das Fliegen und Reisen so sehr mag, denn das erste Mal, als er allein mit mir im Flugzeug saß und in den Urlaub flog, war er gerade 37 Tage alt. Damals lebten wir noch in Istanbul und sind sowohl beruflich als auch familiär bedingt viel zwischen der Türkei und Deutschland gependelt.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>Schon als Baby war diese Form des Reisens mit Mert völlig unproblematisch. Ich denke, dass dies auch viel mit meiner eigenen Einstellung als Mutter zusammenhängt. Ich habe meinen Sohn damals bei jedem Start und jeder Landung gestillt – egal ob jemand fremdes neben mir saß. Ich habe ihm seine Lieblingslieder ins Ohr geflüstert und hab mit ihm aus dem Fenster geschaut. Als Mert dann größer wurde, bekam er vor jedem Flug ein neues Spielzeug, Sticker oder Malbücher, so dass er immer mit etwas Neuem beschäftigt war.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Ein großer Wunsch und Fragen über Fragen</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Als Mert dann 5 war, entwickelte sich bei mir der Wunsch nach einer Fernreise. Relativ schnell war das Ziel klar. Es sollte im März 2020 nach Thailand gehen. „Aber Backpack-Traveling mit Kind, klappt das? Schaffe ich das ganz allein mit einem 5-jährigen?“. Eine komplett fremde Kultur, weit weg von zuhause. Innerhalb Europas fühle ich mich beim Reisen irgendwie „zuhause“ und „sicher“.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>„Was ist, wenn ich in Thailand krank werde, wer passt auf Mert auf?“, „Wie ist das Gesundheitssystem dort?“, „Wie komme ich innerhalb Thailands mit Kind von einem Ort zum anderen und vor allem wie regele ich den Transport vom Airport?“, „Kann ich mir eine Handykarte mit Internet besorgen und wie ist es mit dem Empfang?“, „Wie organisiere ich die Unterkünfte, wenn wir relativ spontan bleiben wollen?“, „Was ist mit Ausflügen, kann man die allein mit Kind machen?“, „Welche Orte sind mit Kind besonders gut zu bereisen?“ Ich hatte Fragen über Fragen.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Nicht auf die Zweifel anderer hören</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Die ersten Kommentare von außerhalb, wie „Bist du denn wahnsinnig, allein mit Kind so weit weg zu fahren und dann auch noch ohne eine gebuchte Reiseleitung!“ riefen bei mir statt Verunsicherung genau das Gegenteil hervor.</p>
<p></p>
<p></p>
<p>„Ich bin eine starke, selbstbewusste Mama, die das packt. Und wir wollen diese Reise!“ Ich fing also an, nach anderen alleinreisenden Mamas in den Sozialen Medien zu suchen und lernte <a href="https://www.instagram.com/zweiumdiewelt.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jenny von „zweiumdiewelt“</a> kennen. Sie war zu dem Zeitpunkt bereits mit ihrer kleinen Tochter in Thailand, hatte aber auch schon andere Länder mit ihr allein bereist. In einem einzigen Gespräch wurden all meine Fragen beantwortet und meine Motivation, diese Reise allein mit Mert durch Thailand zu machen stieg nach diesem Gespräch extrem.</p>
<p></p>
<p></p>
<p><strong>Vieles lässt sich vorab organisieren</strong></p>
<p></p>
<p></p>
<p>Also fing ich an, eine Route zu erarbeiten und mögliche Unterkünfte rauszusuchen. Die Flüge gingen von Düsseldorf über Istanbul nach Phuket und von dort sollte es als erstes ins Landesinnere, nach Khao Sok, in den Nationalpark gehen. Ich schloss eine Reisekrankenversicherung ab, die eine Betreuung meines Kindes sicherstellte, sofern ich erkranken sollte. In einem solchen Fall hätte ich auch die Möglichkeit gehabt, jemanden einfliegen zu lassen, der sich um Mert kümmert. Ich beantragte zur Sicherheit noch eine zweite Kreditkarte und holte mir die Einverständniserklärung des Vaters zum Reisen. Für mich waren die Themen Krankenversicherung und Geld sehr wichtig und gaben mir einfach Sicherheit.</p>
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<p>Und dann, kurz vor unserem Abflug, fing der Pandemie-Wahnsinn an, Messen wurden abgesagt, Länder schlossen ihre Grenzen und es wurde über einen Lockdown in Deutschland gemunkelt. Mir war relativ schnell klar „Du lässt dich nicht davon abhalten und fliegst!“. Dass wir eventuell in Thailand oder bei unserem Zwischenstopp in Istanbul steckenbleiben könnten war mir bewusst.</p>
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<p><strong>Corona verändert auch die Reisewelt – Bleiben oder gehen?</strong></p>
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<p>Während Mert und ich in Thailand umher reisten verschlimmerte sich die Lage in Deutschland immer mehr. Und kurz vor unserem Rückflug war dann auch klar, dass es einen Lockdown geben würde. Ich war hin und hergerissen, unseren Aufenthalt zu verlängern, als unser Rückflug dann tatsächlich storniert wurde. Erst da wurde mir bewusst, „Okay, entweder fliegst du jetzt sofort zurück und erlebst die Pandemie zuhause oder du bleibst bis zu einer ungewissen Zeit hier, weil es keinen Rückflug mehr geben wird.“</p>
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<p>Mein Bruder rief als erster aus Deutschland und bot mir finanzielle Unterstützung an, falls ich doch in Thailand bleiben würde. Meine Tante versuchte mich zu überreden, mir eine Wohnung in Thailand zu mieten und von dort im Home-Office zu arbeiten. Hätte ich damals absehen können, für wie lange ich in Thailand „festgesteckt“ hätte, hätte ich es vielleicht sogar gemacht. Doch es war ja unsere erste Fernreise, mir fehlte die Erfahrung.</p>
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<p>Zwar hatte ich selbst keine Angst, dass wir an Covid schwer erkranken könnten, aber was wäre, wenn unserer Familie in Deutschland etwas passiert und wir so weit weg sind und nicht zurück können. Nach ein paar Telefonaten und Flugverschiebungen waren wir dann, nur einen Tag später als geplant, wieder zurück in Deutschland und mittendrin im Lockdown.</p>
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<p><strong>Diese Fernreise war in jeder Hinsicht ein Gewinn</strong></p>
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<p>Im Nachhinein kann ich sagen, dass diese erste Fernreise, allein mit meinem Sohn durch Thailand – trotz der Rückflugprobleme – für uns als Einzelne, aber auch für unsere Mutter-Kind-Beziehung fördernd in jeglicher Hinsicht war.</p>
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<p>Jeder Mama, die dieses Reisefieber in sich spürt, kann ich nur raten: „Zieht euer Ding durch und lasst euch von niemandem verunsichern. Bereist mit euren Kids die Welt!“</p>
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<p><strong>Folgt Şebnem und Mert auf ihren Reisen via <a href="https://www.instagram.com/traveladdicted_mertandmom/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Instagram</a>. Vielleicht wird ja dadurch auch Eure Abenteuerlust geweckt?!</strong></p>
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					<p class="elementor-heading-title elementor-size-default">Von Sara Buschmann</p>				</div>
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